© UNICEF/UNI845429/MaharjanDürre: Folgen für Kinder & Ursachen
Gut zu wissen

So bedroht Dürre Kinder: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Immer wieder kommt es weltweit zu Dürrekatastrophen. Kinder leiden ganz besonders unter dem Wetterextrem. Welche Ursachen hat eine Dürre und welche Folgen hat sie für Kinder? 

Dürren passieren nicht plötzlich, wie Wirbelstürme oder Erdbeben, sondern werden schleichend zur Katastrophe. Das Ausmaß von Dürreperioden kann in verschiedenen Gebieten variieren. Das bedeutet, dass die Länge und die Häufigkeit von Dürren sich stark unterscheiden. Sie können sich über Wochen, Monate oder sogar Jahre hinziehen.

Sambia wurde 2024 durch das Klimaphänomen El-Niño von einer schweren Dürre getroffen. In Somalia sind weite Teile der Bevölkerung immer wieder von anhaltender Dürre betroffen. Auch in Afghanistan leiden viele Kinder und Familien unter den Folgen extremer Trockenheit.

In unserem Blog beantworten wir die wichtigsten Fragen zu Dürre, welche Folgen sie für Kinder und ihre Familien hat und wie Sie helfen können:

Was ist Dürre?

Dürre beschreibt einen Zustand extremer Trockenheit, weil es länger unterdurchschnittlich wenig oder gar nicht regnet. Wasservorräte sind aufgebraucht, Flüsse und Seen trocknen aus und Pflanzen können nicht mehr wachsen. Das Wetterereignis hat gravierende Folgen für Menschen, Tiere und Umwelt.

Eine Dürre kann erheblich dazu beitragen, dass Familien unter extremem Wassermangel leiden, besonders dort, wo der Zugang zu sauberem Wasser für Menschen, Tiere und Pflanzen ohnehin nicht ausreichend ist. Aus einem UNICEF-Bericht aus dem Jahr 2023 geht hervor, dass jedes dritte Kind weltweit in Gebieten mit sehr hoher Wasserknappheit lebt. Dabei ist der Zugang zu ausreichend Wasser lebenswichtig. Der Mangel von Wasser wirkt sich in vielerlei Hinsicht auf Menschen aus. Pflanzen verkümmern, Tiere sterben und Familien fehlt der Zugang zu Nahrung. Eine Dürre kann Menschen zur Flucht zwingen und Kindern den Zugang zu Bildung rauben.

  • Dürre: Folgen für Kinder & Ursachen: Zwei Mädchen balancieren Wassereimer über ein vertrocknetes Feld in Nepal.

    Zwei Mädchen balancieren Wassereimer über ein vertrocknetes Feld in Nepal. Es hat lange nicht geregnet und eine Dürre macht den Familien zu Schaffen.

    © UNICEF/UNI846329/Prasad Ngakhusi
  • Dürre: Folgen für Kinder & Ursachen: Dürre-Katastrophen verursachen viel Leid unter Kindern

    Unter den Füßen des Kindes lässt sich erkennen, wie ausgetrocknet der Boden in Pakistan ist. 

    © UNICEF/UN0847819/Juan Haro
  • Dürre: Folgen für Kinder & Ursachen: Blick auf ausgetrocknetes Flussbett in Madagaskar.

    Der Manambovo-Fluss in Tsihombe in Madagaskar ist völlig ausgetrocknet.

    © UNICEF/UN0837342/Andrianantenaina
  • Dürre: Folgen für Kinder & Ursachen: Augetrocknetes Ackerland in Indonesien.

    In diesem Dorf in Indonesien ist das Ackerland komplett verdorrt.

    © UNICEF/UN0740366/Ifansasti
Info
Definition: Dürre

Eine Dürre ist eine anhaltende Trockenperiode im natürlichen Klimazyklus. Es handelt sich in der Regel um ein sich langsam entwickelndes Phänomen, das durch ausbleibende Niederschläge verursacht wird.

  • Meteorologische Dürre: Tritt auf, wenn in einem Gebiet trockene Wetterbedingungen vorherrschen; sie wird durch den Grad der Trockenheit und die Dauer der Trockenperiode definiert.
  • Landwirtschaftliche Dürre: Tritt auf, wenn die landwirtschaftliche Produktion durch Niederschlagsmangel, Bodenwassermangel und sinkende Grundwasserspiegel beeinträchtigt wird.

Die landwirtschaftliche Dürre ist eine direkte Folge einer anhaltenden meteorologischen Dürre.

Wie entsteht Dürre?

Dürre entsteht, wenn über einen längeren Zeitraum kein oder zu wenig Niederschlag fällt und hohe Temperaturen für Trockenheit sorgen. Durch Hitze verdampft Wasser und der Boden trocknet aus, weniger Wasser gelangt in umliegende Gewässer und Seen oder Flussbetten trocknen aus.

Dürreperioden sind grundsätzlich ein natürliches Wetterphänomen. Umweltzerstörung durch den Menschen verstärkt jedoch die Dürre und ihre Auswirkungen. Durch Abholzung von Bäumen verschwinden Wälder und es fehlen Pflanzen, die Wasser in die Atmosphäre geben und so zu Niederschlägen beitragen. Durch intensive Landwirtschaft sind Ackerböden immer weniger in der Lage, Wasser aufzunehmen und trocknen noch schneller aus.

Welche Folgen hat Dürre für Kinder?

Die Auswirkungen von Dürre auf das Leben von Familien sind komplex. Dürre bedroht Kinder durch die Ausbreitung von Krankheiten, verschärft Armut und Hunger, zwingt Familien zur Flucht und unterbricht die Schulbildung.

Fest steht: Kinder leiden enorm unter der extremen Trockenheit. Im Vergleich zu Erwachsenen sind sie weniger in der Lage, Extremwetter gesund zu überstehen oder gar zu überleben. Kinder in Konfliktregionen sind Dürren und ihren Folgen besonders schutzlos ausgeliefert. Bei Armut verschärft sich die Lage.

Info
Folgen von Dürre
  • Ausbreitung von Krankheiten
  • Armut und Hunger
  • Flucht
  • Unterbrochene Schulbildung

Dürre und Wassermangel führen zur Ausbreitung von Krankheiten

Wenn infolge der Dürre Wassermangel herrscht, steigt die Gefahr, dass sich gefährliche Infektionskrankheiten wie Cholera ausbreiten. Weil sicheres Wasser knapp ist, greifen viele Familien aus Verzweiflung auf unsichere Wasserquellen zurück oder verzichten auf das Händewaschen, um Wasser zu sparen. Die Kinder sind so in Gefahr, sich mit Cholera und anderen über das Wasser übertragbaren Krankheiten anzustecken.

Gleichzeitig droht, dass Krankenstationen aufgrund von Wasserknappheit schließen müssen. Doch ohne medizinische Versorgung werden Krankheiten für Kinder schnell lebensgefährlich. Noch immer gehören der Mangel an sauberem Wasser und Hygiene zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren.

Dürren können zudem die Gefahr durch Sandstürme und Waldbrände verstärken. Die erhöhte Luftverschmutzung kann zu Reizungen und Erkrankungen von Bronchien und Lunge führen.

Andauernde Dürre führt zu Armut und Hunger

Die extreme Trockenheit führt dazu, dass Ernten vertrocknen oder Pflanzen gar nicht mehr wachsen und Nutztiere, wie etwa Ziegen, durch die Familien beispielsweise Milch erhalten, sterben. Für viele Familien in ländlichen Gebieten bedeutet das den Verlust ihrer Lebensgrundlage. Die Landwirtschaft trägt 80 Prozent der Schäden durch Dürre. Wenn Lebensmittel Mangelware sind, steigen die Preise. Die ärmsten Familien können sie sich dann nicht mehr leisten. Viele wissen nicht, wie sie ihre Kinder ernähren sollen und lassen Mahlzeiten aus.

Die Knappheit von Lebensmitteln und Trinkwasser kann dazu führen, dass Kinder völlig ausgezehrt sind. Wenn Kinder an schwerer Mangelernährung leiden, ist ihr Gewicht zu gering für ihre Größe und ihr Alter. Ihre gesunde Entwicklung ist in Gefahr, im schlimmsten Fall sterben die Kinder. Krankheiten haben die ausgezehrten Körper der Kinder nichts entgegenzusetzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein mangelernährtes Kind an einer Infektionskrankheit stirbt, ist elfmal höher als bei einem gesunden Kind.

Millionen Menschen am Horn von Afrika befinden sich gerade in einer sehr kritischen Situation: Insbesondere in Somalia und Kenia fiel in der letzten Regenperiode von Oktober bis Dezember nicht die ersehnte Wassermenge und die Menschen hoffen auf Niederschläge. Die Dürre, die durch das Wetterphänomen La Niña verstärkt wird, lässt Wasserquellen austrocknen, Nutztiere verenden und Ernten drastisch schrumpfen.

In Somalia hat die verheerende Dürre mit etwa 6,5 Millionen Menschen fast zu einer Verdopplung derer geführt, die kritisch unter Ernährungsunsicherheit leiden (IPC-Phase 3)*. In Kenia sind derzeit über 3,7 Millionen Menschen durch die Ernährungssituation in ihrem Überleben bedroht (IPC 3 und höher), es wird jedoch befürchtet, dass sich die Zahl in den kommenden Monaten auf schätzungsweise 4,1 Millionen erhöht.

*IPC steht für "Integrated Food Security Phase Classification". Expert*innen analysieren die Ernährungssituation in Ländern und Regionen und ordnen sie in Klassen ein. Sie möchten mehr erfahren? In diesem Artikel erklären wir die IPC und auch Begriffe wie "Hungersnot" genauer.

Dürre zwingt Kinder und Familien zu fliehen

Manche Orte werden durch extremes Wetter wie Dürre unbewohnbar. Wenn kein Tropfen sauberes Wasser zur Verfügung steht, auf dem vertrockneten Boden nichts wächst und Tiere sterben, verlassen viele Familien ihre Heimat. 700 Millionen Menschen weltweit sind in Gefahr, bis 2030 wegen Dürre vertrieben zu werden. Wenn viele Menschen aus Dürregebieten in andere Gemeinden abwandern, kann das politische Spannungen und Konflikte verstärken, weil der Wettbewerb um Ressourcen zunimmt. Ein Überlebenskampf.

Dürre: Folgen für Kinder & Ursachen: In Somalia müssen viele Menschen aufgrund von Dürren und Konflikt fliehen.

In Somalia müssen viele Menschen aufgrund von Dürren und Konflikt fliehen. Das ostafrikanische Land ist besonders stark von Trockenheit und Dürre betroffen.

© UNICEF/UNI955810/Sewunet

Auch in Äthiopien mussten zwischen 2017 und 2023 schätzungsweise 522.000 Kinder aufgrund von Dürre innerhalb des Landes fliehen. Für Kinder bedeutet die Flucht vor der Dürre, alles zurückzulassen – ihr vertrautes Umfeld, Freund*innen, ihre Schule. Familien, die in Flüchtlingscamps unterkommen, leben meist in behelfsmäßigen Zelten. Hier sind sie der Witterung wie Hitzewellen, aber auch plötzlich einsetzendem Starkregen schutzlos ausgesetzt.

Wegen Dürre können Kinder nicht lernen

Wenn die Dürre die Lebensgrundlage der Familien zerstört hat und nur wenig Geld für das Nötigste bleibt, fällt die Schulbildung vieler Kinder aus. Eltern können das Schulgeld oder Lernmaterialien nicht zahlen und Kinder müssen arbeiten, um die Familien zu unterstützen. Viele Schüler*innen verpassen wertvolle Unterrichtszeit, weil sie stattdessen kilometerweit zur nächsten Wasserstelle laufen müssen. Manche Kinder verbringen den ganzen Tag mit der verzweifelten Suche nach Wasser. Wenn Kinder alleine unterwegs sind, steigt die Gefahr, dass sie in unsicheren Gegenden Opfer von Gewalt werden.

© UNICEF/UN0639604/Ayene

In unserem Dorf sind die Kinder dafür verantwortlich, sich um die Tiere zu kümmern. Wenn es in der Nähe des Dorfes Wasser gäbe, wäre es für mich einfach, zur Schule zu gehen.

Bukhari aus Äthiopien

Einige Schulen, die keinen direkten Zugang zu Wasser haben, schließen komplett, weil ein geregelter Schulalltag nicht möglich ist. Kinder können nicht auf die Toilette gehen, es ist kein Wasser zum Trinken und zum Kochen der Schulmahlzeiten da. Insbesondere für Mädchen während ihrer Periode ist es wichtig, dass sie Zugang zu Hygiene und Sanitäranlagen haben. Geschlossene Schulen bedeuten etliche verpasste Zukunftschancen. Denn Bildung ist die Grundlage dafür, dass Kinder der Armut entfliehen und sich eine bessere Zukunft aufbauen können.

Wenn Kinder nicht zur Schule gehen, steigt zudem das Risiko von Kinderrechtsverletzungen: Durch die soziale Not sehen sich viele Familien gezwungen, ihre Töchter früh zu verheiraten – in der Hoffnung, dass sie so versorgt sind. Für die Mädchen bedeutet dies das Ende ihrer Kindheit.

Was hat Dürre mit Überschwemmungen zu tun?

Dürre und Überschwemmungen klingen erst einmal gegensätzlich. Aber Dürren können tatsächlich zu Sturzfluten beitragen. Regnet es in Gebieten, in denen es lange sehr trocken gewesen ist, ist die Erleichterung erstmal groß. Jedoch ist der trockene Boden nicht in der Lage, das ganze Wasser aufzunehmen. Die Folge: Starker Regen führt zur Überflutung von Trockengebieten.

Das ist sehr gefährlich: Diese sogenannten Sturzfluten können Häuser mitreißen und Straßen wegspülen. In Somalia kam es beispielsweise 2022 zu schweren Überschwemmungen, nachdem es in den drei Jahren davor kaum geregnet hatte. Zwar konnten vertrocknete Wasserstellen erstmal wieder aufgefüllt werden, aber die Zerstörung war enorm. Rund eine halbe Million Menschen musste ihr Zuhause verlassen.

Dürre: Starkregen nach einer Dürreperiode hat in Somalia zu Überschwemmungen geführt.

Schwere Regenfälle nach der Dürre haben dafür gesorgt, dass der Shabelle River in Somalia über die Ufer getreten ist.

© UNICEF/UN0847830/Mumin

Dürre und Hitzewellen infolge des Klimawandels

Der menschgemachte Klimawandel und Klimaphänomene wie El Niño tragen dazu bei, dass Extremwetter wie Dürren oder Hitzewellen häufiger und intensiver auftreten. Oft bleibt Menschen und der Vegetation wenig oder gar keine Zeit, sich von den einzelnen Dürreperioden zu erholen. In den letzten 40 Jahren wurden mehr Menschen durch Dürren getroffen als von irgendeiner anderen Naturkatastrophe.

Die globale Erwärmung wirkt sich auf Niederschläge aus und die Verteilung über die Jahreszeiten hinweg verändert sich: So regnet es in manchen Gebieten viel mehr, andere bleiben über Wochen und Monate trocken. Klimabedingte Hitzewellen sorgen zudem dafür, dass der Bedarf an Wasser steigt. Somit verschärft sich der Wassermangel.

  • 296 Mio.
    Kinder weltweit

    sind Dürre, extremer Hitze und Hitzewellen ausgesetzt.

  • 115 Mio.
    Kinder weltweit

    sind von Dürre, extremer Hitze und tropischen Stürmen betroffen.

  • 160 Mio.
    Kinder weltweit

    leben in Regionen, die von schwerer Dürre getroffen werden.

Aktuelle Dürrekatastrophen: Welche Länder sind besonders betroffen?

Dürren treten weltweit auf und sind auf keinen Kontinent beschränkt. In den Ländern, in denen weniger Geld zur Verfügung steht und in denen Menschen weniger Einkommen haben, spüren die Familien die Auswirkungen am stärksten. Weltweit leben rund 160 Millionen Kinder in Regionen, die von schweren und extrem langandauernden Dürren betroffen sind.

Besonders Länder des afrikanischen Kontinents erleben immer wieder schwere Dürren. Am Horn von Afrika ist die Lage besonders dramatisch. Nach der verheerenden Dürre 2022/2023 mit vier ausgebliebenen Regenzeiten in Folge fiel in Somalia, Kenia, Äthiopien, Dschibuti und Eritrea die Regenzeit nun erneut aus – zum Teil bereits zum zweiten oder dritten Mal. In weiten Teilen der Region kam weniger als 60 Prozent des üblichen Niederschlags an.

Die Folgen sind verheerend: Rund 25 Millionen Menschen in Somalia, Kenia und Äthiopien sind von schwerer Nahrungsmittelunsicherheit betroffen. Allein in Somalia droht bis Ende des Jahres mehr als 1,8 Millionen Kindern unter fünf Jahren akute Mangelernährung. Es wird erwartet, dass sich die Situation weiter verschlechtert, falls in der aktuellen Regenzeit erneut zu wenig Regen fällt.

Auch in anderen Regionen der Welt kam es in den letzten Jahren zu Dürrekatastrophen. In Afghanistan, Indien, Pakistan und Jemen erleben Familien immer wieder Dürre und Hitzewellen. In den USA ist der Bundesstaat Kalifornien häufig von starken Waldbränden betroffen.

Gibt es Dürre in Europa oder Deutschland?

In den vergangenen Jahren kam es auch in europäischen Ländern zu extrem hohen Temperaturen, Dürre und Waldbränden. Laut eines Berichts der Weltorganisation für Meteorologie ist Europa der sich am schnellsten erwärmende Kontinent infolge des Klimawandels. Hitzewellen, Dürren und andere Wetterextreme werden sich aller Voraussicht nach weiter häufen. Eine Hitzewelle Mitte Juni hatte in Deutschland für Rekordtemperaturen gesorgt und zu zahlreichen Hitzetoten geführt.

In Ländern wie Frankreich, Italien und auch Deutschland wurde über Wasserknappheit aufgrund von Hitze und Trockenheit berichtet. Ehemals grüne Wiesen wurden im Sommer oftmals zur braunen Steppe. In Teilen Spaniens wurde mehrfach wegen Trockenheit der Notstand ausgerufen. Menschen wurden aufgefordert, Wasser zu sparen. In einigen Regionen Europas kam es aufgrund der Trockenheit zu Waldbränden.

Durch eine gute Grundversorgung mit Trinkwasser und soziale Absicherung sind Menschen in Europa oft besser vor den Folgen geschützt, dennoch können Menschen ihre existenzielle Grundlage aufgrund von Trockenheit verlieren. Frühzeitige Maßnahmen sind enorm wichtig, um sich an die durch den Klimawandel verändernde Welt anzupassen.

Gut zu wissen: Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) ist eine der führenden Einrichtungen in Deutschland zur Erforschung und Überwachung von Dürren. Wissenschaftler*innen veröffentlichen hier Informationen zu Trockenheit und Dürre in Deutschland.

Was kann man gegen Dürre tun?

Ob es in einer Region regnet oder nicht, können wir grundsätzlich nicht beeinflussen. Dürreperioden lassen sich in der Regel nicht aufhalten und tatsächlich im Vergleich zu anderen Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Zyklonen nur schwer vorhersagen. Jedoch können die Auswirkungen von Dürren auf Kinder und Familien weltweit abgemildert werden. Dazu gehört, dass Familien auf Dürreperioden vorbereitet sind und Trinkwasserversorgung, Zugang zu Lebensmitteln, Gesundheitsdienste und Bildung den Veränderungen durch den Klimawandel standhalten.

Dürre: Folgen für Kinder & Ursachen: „Unsere einzige Wasserquelle ist Regen“

„Unsere einzige Wasserquelle ist Regen“ steht auf dem Schild, das Simeti Talasila, Schulsprecher der Tialeniu-Schule, in Tokelau hält. Der Inselstaat ist abhängig von Regenwasser. Es ist enorm wichtig, dass Tokelau sich an die Klimakrise anpassen kann.

© UNICEF/UNI993812/Sagaga/MP Studios

Was tut UNICEF, um Kinder vor Folgen der Trockenheit zu schützen?

Das Ziel von UNICEF ist es, jedes Kind vor den Folgen von Dürre zu schützen und sein Leben, Wohlbefinden und seine Zukunft zu sichern. Dabei leisten die UNICEF-Teams in von Dürre betroffenen Regionen weltweit lebensrettende Nothilfe für Kinder und Familien und arbeiten gleichzeitig an wirksamen Lösungen, um Dürre und ihre Auswirkungen frühzeitig zu erkennen und die Familien auf das Extremwetter vorzubereiten.

Ihre Spende für Nothilfe bei Dürrekatastrophen

  • 60 €
    z. B. für 4 Krisenpakete
  • 176 €
    z. B. für 600 Päckchen Erdnusspaste
  • 224 €
    z. B. für 80.000 Wasserreinigungstabletten

Um Orte bewohnbar für Familien zu erhalten und die Wasserversorgung langfristig zu sichern, arbeitet UNICEF zusammen mit Gemeinden und Regierungen an nachhaltigen Wassersystemen. Dazu gehören großflächige Grundwasseranalysen. Denn Grundwasser ist die beste Quelle für sauberes Trinkwasser in Gegenden mit geringem Niederschlag. Durch die Analyse kann der Standort von Bohrlöchern präziser bestimmt und Wasserknappheit frühzeitig erkannt werden.

Solarbetriebene Wassersysteme sorgen dafür, dass Familien jederzeit Zugang zu sauberem Trinkwasser haben: Mithilfe von Sonnenergie wird Grundwasser aus tiefen Bohrlöchern an die Oberfläche gepumpt. Für den Fall, dass die Sonne nicht scheint, speichern große Wassertanks Trinkwasser. Auch Gesundheitsstationen sowie Schulen können so versorgt werden. Dadurch stehen den Kindern Schulunterricht und wichtige Gesundheitsdienste wie Schutzimpfungen oder medizinische Behandlung zuverlässig zur Verfügung.

Im folgenden Video erzählt Jamila, eine Schülerin aus dem Jemen, wie ein nachhaltiger Zugang zu Wasser ihren Schulalltag verändert hat:

Kinder, die an schwerer Mangelernährung leiden, versorgt UNICEF mit therapeutischer Erdnusspaste. In Gesundheitsstationen wird regelmäßig überprüft, wie es den Kindern geht, ob die Behandlung anschlägt oder sie weitere medizinische Hilfe benötigen. Darüber hinaus werden Eltern geschult, Mangelernährung frühzeitig zu erkennen. Bargeldhilfen können besonders bedürftigen Familien ermöglichen das Nötigste zu bezahlen, wie ausreichend Lebensmittel für die Familie und bei Bedarf die Fahrt zum Krankenhaus oder Medikamente.

Dürre: Eine Mutter aus dem Südsudan hält ein Maßband in der Hand, mit dem sie überprüfen kann, ob ihr Kinder mangelernährt ist,

Geschafft! Victoria aus dem Südsudan hat die Schulung zu Mangelernährung erfolgreich beendet. Mit dem speziellen Maßband kann sie bei ihrer Tochter Mercy James nun den Armumfang überprüfen – ein wichtiger Faktor, wenn es um die frühzeitige Erkennung von Mangelernährung geht.

© UNICEF/UN0594146/Naftalin

In Camps für vertriebene Menschen versorgt UNICEF Familien außerdem mit dem Nötigsten wie Hygieneartikel oder Trinkwasser und richtet Lernzentren ein, damit Kinder weiterlernen können. Die Kinder erhalten Stifte, Lernmaterialien und kommen mit Gleichaltrigen in Kontakt. Der regelmäßige Unterricht gibt den Kindern ein Stück Alltag und Struktur. Auch Adan aus Somalia hat ein Lernzentrum besucht. Im Blog erzählt er, welche Träume er für die Zukunft hat.

Was kann man gegen Dürre tun?

Jeder Beitrag hilft, Kinder vor Dürrekatastrophen zu schützen. Bitte unterstützen Sie die UNICEF-Hilfe für Kinder weltweit. Danke!

Caroline Dohmen und Lilian Sekkai haben diesen Beitrag gemeinsam verfasst. Der Artikel erschien bereits zu einem früheren Zeitpunkt erstmalig und wird von unseren Autorinnen regelmäßig mit neuen Zahlen und Geschichten aktualisiert.

Autor*in Lilian Sekkai

Lilian Sekkai arbeitet im Presseteam und schreibt über UNICEF-Themen und Kinder weltweit.