© UNICEF/UN0800440/DejonghEin Baby wird im Gesundheitszentrum im Norden der Elfenbeinküste geimpft.
Gut zu wissen

10 Fakten über Impfungen und warum sie sinnvoll sind

Impfungen gehören zu den größten Errungenschaften der modernen Medizin. Sie retten Kinderleben und verhindern jedes Jahr mehr als vier Millionen Todesfälle in Folge gefährlicher Krankheiten wie Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus oder Masern. Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass jedes Kind geimpft werden kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Impfungen sind der wirksamste Schutz vor gefährlichen Krankheiten wie Diphterie, Masern, Tetanus oder Polio.
  • Jedes fünfte Kind auf der Welt hat überhaupt keinen Impfschutz. Gerade in ärmeren Regionen, in denen es auch an medizinischer Versorgung mangelt, kann das lebensgefährlich für Kinder sein.
  • UNICEF versorgt Kinder weltweit mit lebensrettenden Impfungen, um vermeidbare Krankheiten einzudämmen und Kindern bessere Chancen zu bieten.

Warum sind Impfungen so wichtig?

Impfungen spielen eine entscheidende Rolle beim Schutz vor Infektionskrankheiten. Sie sind ein Schutzschild gegen Krankheitsausbrüche und retten Leben. In den vergangenen Jahrzehnten wurden im Bereich Kinderimpfung viele Fortschritte erzielt. Insgesamt haben Impfungen in den letzten 50 Jahren rund 154 Millionen Menschenleben gerettet.

Aber noch immer wird eins von fünf Kindern weltweit überhaupt nicht geimpft. Das gilt insbesondere in den ärmsten und benachteiligten Regionen, wo es oft an medizinischer Versorgung und anderen Ressourcen mangelt. Für die ungeimpften Kinder können vermeidbare Infektionskrankheiten wie Diphtherie oder Masern lebensgefährlich sein. Viele von ihnen erleben ihren fünften Geburtstag nicht oder haben lebenslang mit Beeinträchtigungen zu kämpfen.

Jamesly (6) wird in Haiti in einem UNICEF-Gesundheitszentrum geimpft.

Jedes Mal, wenn die sechs Monate alte Jamesly geimpft werden muss, macht sich seine Mutter Rosemirlande auf den sechs Kilometer langen Weg von ihrem Dorf zum Gesundheitszentrum Sacre Coeur in Haiti. 

© UNICEF/UN0677681

1. Vermeidbare Krankheiten sind eine große Gefahr für Kinder

Jährlich sterben Millionen Kinder weltweit an Krankheiten, vor denen Impfungen sie geschützt hätten. Allein im Jahr 2024 starben 4,9 Millionen Kinder an eigentlich vermeidbaren Krankheiten wie Lungenentzündungen, Malaria oder Durchfall. Über 490.000 Kinder unter neun Jahre sterben jedes Jahr allein an Durchfallerkrankungen. An Lungenentzündung sterben durchschnittlich jeden Tag 2.000 Kinder unter fünf Jahren. Ein Großteil der Ansteckungen hätte durch Impfungen vermieden werden können. Darum müssen wir das Vertrauen in die Wichtigkeit von Impfungen für Kinder stärken und Fehlinformationen bekämpfen.

2. Impfungen wirken

Impfungen gehören nachweislich zu den wirksamsten und effektivsten Maßnahmen, um das Überleben und das gesunde Aufwachsen von Kindern zu sichern. Impfstoffe haben dazu beigetragen, dass die Kindersterblichkeit seit 1990 halbiert wurde. Seit 1974 haben Impfungen 154 Millionen Menschen das Leben gerettet – darunter 146 Millionen Kinder unter fünf Jahre. Sie sind kostengünstiger,als Krankheiten zu behandeln und Epidemien und Pandemien zu bekämpfen, wenn sie erst einmal ausgebrochen sind.

Eine Spritze pikst nur kurz – und schützt anschließend zuverlässig vor Krankheiten, die lebenslange Folgen haben oder sogar tödlich verlaufen können. Wir haben den medizinischen Fortschritt, die technologischen Möglichkeiten und das Wissen, um Infektionskrankheiten dauerhaft einzudämmen. Daher müssen wir uns gemeinsam anstrengen, um jedes Kind und jede Gemeinde mit Impfstoffen zu erreichen, ihre Gesundheitsversorgung sicherzustellen und Vertrauen in lebensrettende Impfungen zu stärken.

Warum impfen: Eine Gesundheitshelferin impft einen Jungen in den Arm.

Ein kurzer Piks: Dieser Junge in Venezuela schaut skeptisch, aber die Impfung kann sein Leben retten, indem sie ihn vor gefährlichen Infektionskrankheiten schützt.

© UNICEF/UNI886970/Pocaterra

3. Ungeimpfte Kinder leiden

Dass weltweit Millionen Kinder ungeimpft sind, liegt nicht nur an der fehlenden medizinischen Versorgung. Es gibt auch Eltern, die misstrauisch gegenüber Impfungen sind, weil sie falsche Informationen zu den Impfstoffen und ihrer Wirkung bekommen. Dabei sind Impfungen eine sehr sicherere Präventionsmaßnahme gegen Krankheiten. Bevor ein neuer Impfstoff zugelassen wird, muss er in zahlreichen aufwendigen Test eingehend geprüft werden. Nur wenn der Nutzen der Schutzimpfung größer ist als die potenziellen Risiken, wird der Impfstoff zugelassen. Und auch bereits zugelassene Impfstoffe werden immer wieder auf mögliche Nebenwirkungen und Gesundheitsrisiken hin geprüft.

Um gefährliche Krankheiten zu vermeiden oder sogar ganz auszurotten, ist es wichtig, dass möglichst viele Kinder geimpft sind. Darum setzen wir von UNICEF uns dafür ein, über Impfungen aufzuklären und jedes Kind mit Impfungen zu erreichen.

4. Masern und andere Kinderkrankheiten sind nicht harmlos

Masern sind eine tödliche Krankheit. Oft werden sie als eine der Krankheiten abgetan, die Kinder eben bekommen: Ausschlag, Fieber und nach ein paar Tagen sind die Symptome wieder verschwunden. Ein Mythos, der sich vielerorts hartnäckig hält und im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein kann. Denn Kinder, die sich mit der hoch ansteckenden Krankheit infizieren, sind dem Risiko einer Lungenentzündung und langfristigen Folgen wie Hirnschäden, Taubheit und Blindheit ausgesetzt. Seit der Einführung eines Impfstoffs im Jahr 1963 sind Infektionen und Todesfälle durch Masern vermeidbar.

Ein kleines Mädchen erhält eine Impfung.

In den letzten Jahren sind die Masernfälle in Europa drastisch gestiegen. Wie hier in Serbien impft UNICEF Mädchen und Jungen unter Hochdruck und organisiert Informations- und Aufklärungskampagnen, damit Kinder den wichtigen Schutz erhalten.

© UNICEF/UNI712651/Dojcinovic

Insgesamt 33.998 Masernfälle gab es 2025 in Europa und Zentralasien. Das ist zwar ein Rückgang von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr (127.412). Aber die Fallzahlen für 2025 sind immer noch deutlich höher als in den vergangenen 20 Jahren – so hoch wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Und auch 2026 gibt es immer wieder Masernfälle in Europa. Mehr als die Hälfte der Erkrankten sind Kinder.

Solange nicht alle Kinder geimpft sind und die durch die Verbreitung von Falschinformationen geschürte Skepsis nicht beseitigt ist, tragen Kinder bei einer Infektion mit Masern und anderen vermeidbaren Krankheiten weiterhin das Risiko eines schweren oder gar tödlichen Verlaufs.

Regina De Dominicis, UNICEF-Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien

Noch vor einigen Jahrzehnten haben große Masern-Epidemien jährlich etwa 2,6 Millionen Menschen getötet. Weltweit haben Impfungen gegen Masern in den letzten 20 Jahren rund 23,2 Millionen Kindern das Leben gerettet.

Die Impfquote gegen Masern hat sich insgesamt weltweit verbessert: 84 Prozent der Kinder erhielten im Jahr 2024 die erste und 76 Prozent die zweite Dosis – eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Schätzungsweise zwei Millionen mehr Kinder konnten gegen Masern geimpft werden. Dennoch bleibt diese Impfquote weit unter den erforderlichen 95 Prozent, die in jeder Gemeinde notwendig sind, um Ausbrüche zu verhindern.

107.500 Menschen weltweit sind im Jahr 2023 an den Masern gestorben – 95 Prozent von ihnen in ärmeren Weltregionen wie Jemen oder Pakistan, wo die Gesundheitsversorgung für Kinder häufig unzureichend ist.

Muniish Cadan Ismail sitzt auf dem Schoß ihrer Mutter und wird gegen Masern geimpft.

Maryam Mohamud, die Leiterin eines Gesundheitszentrums in Somalia, führt gemeinsam mit ihrem Team Aufklärungskampagnen durch, um Mütter über die Bedeutung der Masernimpfung aufzuklären. Sie erklären, wie wichtig es ist, Kinder gegen Masern zu impfen, um schwerwiegende Komplikationen und sogar den Tod zu vermeiden.

© UNICEF/UN0758717/Ekpu VII Photo

"Wir führen Aufklärungskampagnen durch und erklären den Müttern, wie wichtig die Masernimpfung ist", sagt Maryam Mohamud, die Leiterin eines Gesundheitszentrums in Somalia. Dann lassen Maryam und ihr Team eine Mutter, deren Kind an Masern gestorben ist, die Bedeutung der Impfung erklären. "Das ist der Moment, in dem sie den Impfstoff akzeptieren", sagt sie.

Es ist eine schwierige Lektion, eine Lektion, die mit Verlust und Schmerz verbunden ist. In Somalia sind die Kinder durch die Auswirkungen der Dürre und der unsicheren Ernährungslage einem hohen Krankheitsrisiko ausgesetzt – auch durch Masern. Im Jahr 2024 gab es in Somalia etwa 12.600 Masernfälle – der Großteil davon bei Kindern unter fünf Jahren. Nur etwa jedes dritte Kind in Somalia ist ausreichend geimpft.

5. Zu viele Babys und Kinder sind ohne Impfschutz

Weltweit haben im Jahr 2024 20 Millionen Kinder mindestens eine oder mehrere Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten verpasst. Mehr als 14 Millionen Kinder darunter haben in diesem Zeitraum gar keine Impfung erhalten. Betroffen sind vor allem Kinder, die in den ärmsten Familien in Entwicklungs- und Schwellenländern leben, obwohl gerade sie den Schutz am dringendsten brauchen.

Ungeimpfte Kinder leben häufig in schwer zugänglichen Gebieten oder städtischen Slums. Die Familien leben in sehr kleinen Behausungen auf engstem Raum zusammen. Der Mangel an sauberem Wasser und ausreichenden Waschmöglichkeiten befeuert die schnelle Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Viele Kinder können zudem wegen anhaltender Gewalt, Konflikten und Kriegen sowie dem Zusammenbruch von öffentlichen Gesundheitsdiensten und fehlenden Ressourcen nicht geimpft werden.

Dematso Khamblai arbeitet als Gesundheitsimpfer für UNICEF in Indien.

Dematso Khamblai überquert die Hängebrücke mehrmals täglich, um Menschen in der indischen Provinz Arunachal Pradesh mit wichtigen Impfstoffen zu versorgen.

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2024 gab es in Nigeria, Indien und im Sudan die weltweit meisten Kinder, die gar keine Impfung erhalten haben. Auch in der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien, Jemen und Indonesien ist die Zahl der vollständig ungeimpften Kinder besonders hoch. Diese Kinder haben selten Zugang zu medizinischer Versorgung und anderer Hilfe. Fast drei Viertel aller ungeimpften Kinder leben in ländlichen und schwer zugänglichen Gebieten.

Während der Pandemie ist die Durchimpfungsraten in 112 Ländern gesunken. Viele Kleinkinder haben wichtige Impfungen nicht erhalten. Auch heute hinken die Impfraten hinterher. Hohe Flüchtlingszahlen, Vertreibung und die Pandemie sowie Fehlinformationen haben in vielen Ländern zu einem gefährlichen Rückgang der Impfquote geführt.

Demokratische Republik Kongo: Kinder mit ihrer Mutter in einem Flüchtlingscamp.

Der fünfjährige Muhindo und seine zwei kleinen Schwestern zeigen stolz ihren Finger. Die schwarze Farbe darauf zeigt, dass sie die wichtige Impfung gegen Polio erhalten haben. Kinder wie Muhindo, die als Flüchtlinge im eigenen Land leben, sind in den Camps besonders von Infektionskrankheiten gefährdet.

© UNICEF/UNI585998/Shaka Vumbi

6. Konflikte und Naturkatastrophen fördern die Ausbreitung von Krankheiten

Mehr als die Hälfte aller nicht geimpften Kinder lebt in einem Konfliktland oder fragilen Staat ohne funktionierendes Gesundheitssystem Nirgendwo sonst sind Kinder so gefährdet wie in Krisen- und Kriegsgebieten. Ob Afghanistan, Sudan, Libanon oder Jemen: Kinder sterben nicht nur durch Bomben, sondern auch an Infektionskrankheiten, gegen die ein einfacher Piks sie hätte schützen können.

Konflikte, Klimawandel und Armut gehen oft mit einem Mangel an sauberem Wasser und unzureichenden Hygiene- und Waschmöglichkeiten einher. Insbesondere bei Naturkatastrophen, wenn viele Menschen auf engstem Raum zusammenleben und es kein sauberes Trinkwasser gibt, können sich Krankheiten schnell verbreiten. Ein Anstieg der Cholera-Fälle ist die traurige Folge. Allein im ersten Halbjahr 2025 starben mehr als 3.500 Menschen an Cholera – die meisten davon in Afghanistan, Pakistan, Somalia, Sudan und dem Jemen.

Auch in Syrien gab es im September 2022 einen Cholera-Ausbruch. Seit den Erdbeben im Frühjahr 2023 wurden mehr als 1.700 neue Cholera-Verdachtsfälle im Nordwesten Syriens gemeldet. Um Familien vor der Infektionskrankheit zu schützen, hat UNICEF eine große Impfkampagne in Idlib und Aleppo gestartet. Dank der schnellen und umfassenden Hilfe sind die Zahlen der Cholerakranken in Syrien wieder zurückgegangen.
Ein anderes Beispiel: Unter Flüchtlingen der Rohingya-Minderheit ist 2017 eine Diphtherie-Epidemie ausgebrochen, die sich im Flüchtlingslager schnell ausbreiten konnte. Durch breit angelegte Impfkampagnen ist es gelungen, die Epidemie einzudämmen.

Warum impfen: Ein Junge bekommt eine Typhus-Impfung in den Arm.

Der zehnjährige Nur Havez bekommt im Rohingya-Flüchtlingscamp in Bangladesch eine Typhus-Impfung. Typhus zählt neben Diphterie und Cholera zu den größten Infektionsrisiken für die Kinder in den überfüllten Camps. 

© UNICEF/UNI923387/

Aufgrund fehlender Impfungen kommt es auch immer wieder zu Polio-Ausbrüchen – eine Krankheit, die eigentlich schon fast als ausgerottet galt. In Papua-Neuguinea etwa ist es erst 2025 zu einem Ausbruch gekommen. Hier ist weniger als die Hälfte der Bevölkerung gegen die potenziell tödliche Krankheit geimpft. Zusammen mit den Gemeinden und Kirchen arbeitet UNICEF unter Hochdruck daran, die Impfraten zu verbessern. Auch Pakistan und Afghanistan sind immer wieder von Polio betroffen: In Pakistan gab es im Jahr 2024 74 Polio-Fälle, in Afghanistan 24.

Ein Baby in Gaza erhält eine Polio-Impfung.

Zwei Jahrzehnte galt Polio in Gaza als ausgerottet. Dann eskalierte der Krieg, es kam zu großflächiger Zerstörung der Wasser- und Hygieneinfrastruktur und Millionen Menschen leben auf engstem Raum zusammen. Nach dem ersten Poliofall reagierte UNICEF schnell: Hunderttausende Kinder wurden mit mobilen Teams in zahlreichen Vertriebenencamps geimpft.

© UNICEF/UNI668429/El Baba

7. Impfungen helfen, gefährliche Krankheiten auszurotten

Impfungen schützen Kinder nicht nur unmittelbar vor Infektionskrankheiten. Sind möglichst viele Menschen einer Gemeinde geimpft, wird die sogenannte Herdenimmunität erreicht – dann haben Krankheiten wie Polio, Masern oder Diphterie keine Chance mehr, sich auszubreiten. Langfristig kann man bestimmte Infektionskrankheiten auf diese Weise ganz ausrotten. So gelten zum Beispiel die Pocken, die über Jahrtausende viele Millionen Menschen das Leben gekostet haben, seit 1980 auf der ganzen Welt als ausgerottet.

Bei vielen anderen Infektionskrankheiten ist das noch nicht vollständig gelungen. Denn für die Herdenimmunität braucht es Impfquoten von mindestens 95 Prozent. In Deutschland und vielen anderen Ländern gibt es daher festgelegte Impfschemata für Babys und Kinder. Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt eine Grundimmuisierug gegen Krankheiten wie Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten, Polio, Tetanus und andere.

In Ländern, in denen nicht alle Kinder gegen diese Krankheiten geimpft werden können, treten diese Infektionskrankheiten vereinzelt immer wieder auf. So kommt es in Krisenregionen und in Konfliktländern immer wieder zu Ausbrüchen von Diphterie, Masern oder Polio. UNICEF arbeitet unermüdlich, um mehr Kinder in besonders benachteiligten Ländern zu impfen, um die Eindämmung und hoffentlich die Ausrottung dieser Krankheiten zu erreichen.

Angola: Papa Wilson bringt seine Tochter zur Routineimpfung.

Kailane (2 Monate) bekommt eine Routineimpfung während sie im Arm von ihrem Papa Wilson liegt. Er bringt seine Tochter regelmäßig für Impftermine in die Klinik im Gesundheitszentrum in Luanda, in Angola. Kailane hat bereits Schluckimpfungen gegen Polio und Rotaviren sowie zwei Injektionen mit dem Pneumokokken- und dem Pentavalent-Impfstoff erhalten.

© UNICEF/UN0828195

8. UNICEF ist der größte Impfstoff-Lieferant der Welt

UNICEF versorgt jährlich 45 Prozent aller Kinder weltweit mit Impfstoffen. Da wir ein großer Abnehmer sind, können wir die Kosten für die einzelnen Impfdosen niedrig halten.

Zwei Milliarden Impfdosen beschafft UNICEF insgesamt Jahr für Jahr. Gemeinsam mit der internationalen Impfallianz Gavi sind wir der größte Einkäufer von Impfstoffen weltweit. Jedes Jahr organisieren wir mit unseren Partnern in den jeweiligen Ländern große Impfaktionen, damit Mädchen und Jungen vor gefährlichen Krankheiten geschützt sind. Zusammen mit den Regierungen und Partnerorganisationen konnte UNICEF Impfungen noch bezahlbarer machen: Ein Kind in einem Land mit niedrigem Einkommen komplett durchzuimpfen, kostete 2013 noch 24 USD. Heute sind die Kosten mit 18 USD rund ein Viertel niedriger.

9. Impfen gibt mehr Kindern eine Chance

In den letzten 20 Jahren hat UNICEF dazu beigetragen, mehr als 981 Millionen Kinder mit lebensrettenden Impfungen zu erreichen. So konnten geschätzt 13 Millionen Todesfälle vermieden werden. Wir haben das Ziel fest vor Augen, dass kein Kind mehr an vermeidbaren Krankheiten sterben soll.
Jedes Kind hat ein Recht auf ein erfülltes Leben und eine gesunde Entwicklung. Impfungen sind ein wichtiger Baustein, um dieses Ziel zu erreichen. Nach Schätzungen von UNICEF und WHO retten Impfstoffe jedes Jahr 4,4 Millionen Menschenleben. Eine Zahl, die bis 2030 auf 5,8 Millionen ansteigen könnte, wenn die Ziele der Immunisierungsagenda 2030 erreicht werden.

Impfungen tragen dazu bei, dass Kinder weltweit gesund aufwachsen. Das entlastet auch die Eltern, die weniger Zeit und Geld für die Pflege kranker Kinder aufbringen müssen. Die Impfung von Kindern hat zudem einen positiven Effekt auf die Gesundheit der gesamten Gemeinschaft, da sie die Herdenimmunität fördert und dazu beiträgt, die Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen zu begrenzen.

Eine junge Frau läuft mit ihrem Baby durch den Dschungel

Die 29-jährige Sangay läuft eine Stunde durch den Dschungel, um ihren neugeborenen Sohn impfen zu lassen. In Buthan waren 2023 99,6 Prozent aller Menschen ausreichend geimpft – ein großer Erfolg, der auf großangelegte Informationskampagnen und mobile Gesundheitszentren zurückzuführen ist.

© UNICEF/UNI560264/UNICEF Bhutan

10. Es werden immer neue Impfstoffe erfunden

Es gibt noch viel zu tun – aber viele Länder führen trotz aller Herausforderungen neue Impfstoffe ein. Insbesondere in Ländern, die von der globalen Impfallianz Gavi unterstützt werden, werden Impfprogramme ausgeweitet. So sind unter anderem die Masern-Todesfälle drastisch gesunken. Neugeborenen-Tetanus, das in den meisten Fällen tödlich für Babys und/oder ihre Mütter verläuft, wurde in fast allen Ländern der Welt eliminiert. Die Pocken gelten seit 1980 als ausgerottet – den letzten Fall gab es 1977 in Somalia. Und auch bei der gefährlichen Cholera gibt es Hoffnung, denn seit einigen Jahren wird ein neu entwickelter Impfstoff bereits erfolgreich eingesetzt.

Die Geschwindigkeit, mit der Impfstoffe während der Corona-Pandemie entwickelt und produziert wurden, bietet wichtige Erkenntnisse für eine schnellere Impfstoffentwicklung und -zulassung. Seit 2021 gibt es etwa einen neuen Impfstoff, um Kinder vor Malaria zu schützen. Die Infektionskrankheit tötet fast eine halbe Million Kinder jedes Jahr. Der Impfstoff gegen Malaria kann zukünftig viele Kinderleben retten. Auch gegen das Dengue-Virus kann seit 2022 geimpft werden.

Eine Impfhelferin spricht mit einem jungen Mädchen in El Salvador.

Glenda Mejía, 29, läuft auch in die entlegensten Gebiete in El Salvador, um Kinder wie die 10-jährige Angeline zu impfen. Angeline hat eine HPV-Impfung erhalten: Die Impfung gibt es erst seit 2007 und kann zum Beispiel vor Gebärmutterhalskrebs schützen.

© UNICEF/UNI672247/Leiva

So steht es um Kinderimpfungen auf der Welt

Während der Covid-19-Pandemie ist die weltweite Impfquote gegen gefährliche Kinderkrankheiten auf den niedrigsten Stand seit 2008 gesunken. Routineimpfungen wurden ausgesetzt und die Gesundheitssysteme waren vielerorts stark belastet. Mittlerweile gibt es wieder vorsichtigen Grund zur Hoffnung: Neue Daten von UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation vom Juli 2025 zeigen, dass im vergangenen Jahr rund 89 Prozent der Kleinkinder weltweit mindestens eine der erforderlichen drei Impfdosen gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten erhalten haben. Auch die Zahl der Kinder, die alle erforderlichen Impfungen erhielten, stieg um eine Million.

Trotz aller Fortschritte bleiben jedoch insbesondere einkommensschwache Länder weiter hinter dem Stand vor der Pandemie zurück. Die Zahl der Länder, in denen es zu großen und schwerwiegenden Krankheitsausbrüchen kommt, nimmt auch wieder zu. Masern, Polio, Cholera: Alle diese eigentlich vermeidbaren Krankheiten kosten zahlreiche Menschenleben. Vor allem ungeimpfte Kleinkinder unter fünf Jahren sterben, wenn Infektionskrankheiten in fragilen und ärmeren Weltregionen ausbrechen.

Um sicherzustellen, dass jedes Kind weltweit einen ausreichenden Impfschutz erhält, sind verstärkte Anstrengungen erforderlich. Dazu gehört zum Beispiel die Stärkung der grundlegenden Gesundheitssysteme und die Unterstützung des Gesundheitspersonals, insbesondere von Frauen, die oft die Hauptakteurinnen bei der Umsetzung von Impfprogrammen sind.

Ein junges Mädchen im Jemen wurde gegen Polio geimpft.

Voller Stolz zeigt ein Mädchen im Jemen ihren markierten Finger: Sie wurde von UNICEF gegen Polio geimpft und ist nun vor der im Jemen immer noch vorkommenden Kinderlähmung geschützt. 

© UNICEF/UNI529051/ALfilastini

Kommen alte Infektionskrankheiten zurück?

In einigen Teilen der Welt tauchen vermehrt Infektionskrankheiten wieder auf, die längst in den Hintergrund geraten waren. Eine Zeitreise:

Wie schützt UNICEF Kinder mit Impfungen?

UNICEF versorgt Kinder weltweit mit lebensrettenden Impfungen – damit sie gesund aufwachsen können und damit sich die gefährlichsten Infektionskrankheiten nicht weiter ausbreiten. Dazu arbeiten wir eng mit den Regierungen der Länder und mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen. Wir informieren und klären auf und organisieren langfristige Impfkampagnen ebenso wie Impfaktionen in Krisengebieten, etwa nach Naturkatastrophen.

Impfungen schenken und Leben retten

Helfen Sie mit, damit jedes Kind weltweit Zugang zu Impfungen haben kann!

In unserem Spendenshop können Sie zum Beispiel Impfstoffe gegen Masern, Polio oder Tetanus spenden. Wir kümmern uns dann darum, dass Impfungen dort durchgeführt werden, wo sie gerade am dringendsten gebraucht werden.

Spenden Sie lebensrettende Impfungen für Kinder

Ihre Spende hilft, Kinder weltweit vor lebensbedrohlichen Erkrankungen zu schützen.

Autor*in Katharina Kesper

Katharina Kesper ist Chefin vom Dienst bei UNICEF und teilt in ihren Blogs bewegende Geschichten von Kindern, spannende Einblicke in die Arbeit von UNICEF weltweit und besondere Begegnungen mit Helfer*innen.