
Elterntipps: Impfungen für Babys und Kleinkinder
Welche Impfungen braucht Ihr Säugling oder Kleinkind, damit es optimal geschützt ist? Und wie kommen Babys mit Mehrfachimpfungen klar? Wir haben Antworten auf die von Eltern am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Impfungen.
von Susanne Nandelstädt
- Impfungen können Leben retten. Denn: Sie schützen kleine Kinder frühzeitig vor Infektionskrankheiten – in einer Lebensphase, in der ihr Immunsystem noch besonders verletzlich ist.
- Sie sollten Ihr Baby daher auf jeden Fall impfen lassen.
- Die ersten Impfungen finden im ersten Lebensjahr statt, die früheste bereits im zweiten Lebensmonat.
- Für eine Grundimmunisierung braucht Ihr Kind mehrere Impfungen. Mit rund 18 Monaten ist die Grundimmunisierung abgeschlossen.
- Geimpft wird in der Regel in Kinderarztpraxen.
- Viele Impftermine lassen sich mit den normalen Vorsorgeuntersuchungen ("U-Untersuchungen") bei den niedergelassenen Kinderärzt*innen verbinden.
- Zu den Standardimpfungen für Kleinkinder in Deutschland gehören: Impfungen gegen Rotaviren, Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten, Tetanus, Diphtherie, Polio (Kinderlähmung) und Hepatitis B.
- Viele dieser Impfungen werden als Kombinationsimpfung verabreicht – das bedeutet weniger Termine und weniger Piekser für Ihr Kind.
- Als Orientierung hilft Ihnen der Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO), in dem genau festgehalten ist, wann welche Impfung ansteht.
Was Eltern über Impfungen für ihr Neugeborenes und Kleinkind wissen möchten

Dank Impfungen sind Babys und Kleinkinder geschützt vor vielen gefährlichen Infektionskrankheiten und können sicher und gesund aufwachsen.
© UNICEF/UNI540875/YevtushenkoGrundlegende Fragen zu Impfungen für Babys & Kleinkinder
1. Was sind Impfungen?
Als Impfung (auch Schutzimpfung genannt) bezeichnet man die Gabe eines Impfstoffes – entweder oral als Schluckimpfung oder per Spritze als Injektionsimpfung. Der Impfstoff schützt die geimpfte Person vor einer schweren Krankheit, die auch tödlich verlaufen könnte. Eine Impfung ist also eine vorbeugende Maßnahme, sie funktioniert präventiv.
Impfungen schützen vor viralen oder bakteriellen Infektionskrankheiten. Sie werden vor allem bei Kindern eingesetzt, die meisten bei Neugeborenen und Kleinkindern. Die Impfstoffe stimulieren die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers. So bereiten Impfungen den Körper darauf vor, die Erreger – zum Beispiel Meningokokken, Pneumokokken oder Haemophilus influenzae – im Krankheitsfall wirksam zu bekämpfen.
Um den Impfschutz aufzubauen, gibt es verschiedene Impfmethoden: Bei den Lebendimpfungen enthält der Impfstoff eine sehr geringe Menge lebender Keime. Die Krankheitserreger sind dabei aber extrem abgeschwächt. Totimpfstoffe (inaktivierte Impfstoffe) dagegen enthalten abgetötete Krankheitserreger oder Bestandteile dieser Erreger.
Die Immunität hält bei den Lebendimpfstoffen sehr lange, meist sogar lebenslang. Bei den Totimpfstoffen lässt die Immunität nach und muss im Laufe der Jahre aufgefrischt werden.

Ob Schluckimpfung oder Injektionsimpfung – die Impfstoffe schützen ab dem Kindesalter vor schweren Krankheiten.
© UNICEF/UNI601442/Naftalin2. Wie funktionieren Impfungen?
Impfungen helfen dem Immunsystem Ihres Kindes, besser mit bestimmten Infektionen klarzukommen. Die verabreichten Impfstoffe werden vom Körper als fremd erkannt. Sie sorgen dafür, dass der Körper Antikörper gegen die Erreger bildet und so eine Immunantwort (eine so genannte Immunisierung) auf eine bestimmte Krankheit auslöst. Eine Schutzimpfung ist also wie ein Training des Immunsystems gegen die jeweilige Krankheit.
Wenn nach der Impfung eines Tages dann echte Krankheitsviren oder -bakterien in den Körper Ihres Kindes eindringen sollten, kennt das körpereigene Immunsystem die Krankheitserreger bereits – und weiß, wie es schnell und effektiv gegen die Krankheit vorgehen kann. Die Folge: Die Krankheit kann bei Ihrem Kind entweder gar nicht oder nur sehr abgeschwächt ausbrechen. Dieser Impfeffekt wurde immer wieder in unzähligen Studien bestätigt.
Die in Deutschland für Kinder empfohlenen Impfungen bestehen in der Regel aus mehreren Teilimpfungen (sogenannten Impfserien). Das heißt, das Kind braucht mehrere Impfdosen, bis es eine vollständige Immunisierung gegen eine Infektionskrankheit hat. Impfstoffe gegen mehrere Infektionskrankheiten werden in einer Impfung zusammengefasst und als Kombinationsimpfstoffe verabreicht. So benötigt man nicht zu viele einzelne Impftermine, und die Kombinationsimpfungen werden vom Kind in der Regel sehr gut vertragen.

Ein Kind bekommt per Spritze eine Kombinationsimpfung. So ist das Immunsystem zukünftig gut gewappnet für den Krankheitsfall.
© UNICEF/UNI712618/3. Sind Impfungen sicher für mein Kind?
Ja, Impfungen sind sehr sicher. Alle Impfstoffe durchlaufen strenge Sicherheitstests und viele klinische Studien, bevor sie zugelassen werden. Und sie entsprechen strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Das durch eine Impfung für Ihr Kind entstehende Risiko ist also sehr gering. Viel höher wäre das Risiko, dass Ihr Kind ohne Impfung in einer frühen Lebenswoche an einer dieser vermeidbaren – und manchmal lebensbedrohlichen – Krankheiten erkrankt. Ungeimpft könnte Ihr Kind dauerhaften Schaden nehmen und schlimmstenfalls an einer dieser Krankheiten sterben.
4. Baby impfen ja oder nein: Warum sollte ich mein Kind impfen lassen?
Ganz einfach: Weil Impfungen Leben retten. Denn Impfungen schützen Kinder vor Krankheiten, die lebenslange Folgen haben oder sogar tödlich verlaufen können. Jedes Jahr retten Impfungen das Leben von schätzungsweise drei Millionen Kindern weltweit. Besonders wichtig sind die Impfungen für Säuglinge und Kleinkinder, bei denen sich das Immunsystem erst noch entwickeln muss.
Es ist also die richtige Entscheidung, dass Sie Ihr Kind impfen lassen. Denn nur so können hoch ansteckende Krankheiten wie Masern, Keuchhusten, Diphtherie, Röteln, Tetanus (Wundstarrkrampf) oder Polio (Kinderlähmung) dauerhaft global ausgerottet werden.
5. Was bedeutet Herdenimmunität?
Wenn genügend Menschen in einer Region oder einem Land gegen eine bestimmte Krankheit geimpft sind, können sie eine sogenannte Herdenimmunität erreichen: Die meisten von ihnen sind bereits immun, sodass sich die Krankheit nicht mehr so leicht von Mensch zu Mensch ausbreiten kann. Die Herdenimmunität bietet also einen sehr wirksamen Schutz gegen eine Krankheit – sogar für die wenigen, die selbst (noch) nicht gegen sie geimpft sind, zum Beispiel Neugeborene.
Außerdem verhindert die Herdenimmunität auch neue Krankheitsausbrüche, weil sie die Ausbreitung der Krankheit erschwert. Über die Zeit wird die Krankheit immer seltener und verschwindet bestenfalls irgendwann vollständig. So wie die früher hochgefährlichen Pocken, die seit 1980 als ausgerottet gelten.
Elternsein ist nicht immer einfach. Bei unserer weltweiten Arbeit für Kinder sammeln wir von UNICEF viel Wissen und Erfahrungen. Diese möchten wir hier zusammen mit den Tipps von Ärzt*innen und Baby-Expert*innen an Sie weitergeben.
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6. Impfreaktionen bei Babys: Kann eine Impfung mein Baby krank machen?
Die Impfungen sind für Ihr Kind sehr sicher. Nur extrem selten kommt es bei einer Impfung zu einer ernsteren Nebenwirkung oder einer Komplikation. Gelegentlich kommt es aber zu einer leichten Impfreaktion: Ihr Kind kann in den ersten Stunden oder Tagen nach einer Impfung etwas angeschlagen sein oder milde Krankheitssymptome entwickeln – leichte Schmerzen an der Einstichstelle etwa oder auch etwas Fieber. Diese Reaktionen sind aber fast immer harmlos und gehen auch wieder vorüber.
In Absprache mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt können Sie Ihrem Kind bei Bedarf auch ein passendes Schmerz- oder Fiebermittel geben. Oder Sie kühlen die Injektionsstelle, um die Beschwerden zu lindern. Wenn Sie sich trotzdem Sorgen um Ihr Kind machen, sprechen Sie im Zweifelsfall lieber noch einmal direkt mit Ihrer behandelnden Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.
In der Vergangenheit gab es vereinzelt Gerüchte oder Berichte, dass Impfungen ein Auslöser für Autismus bei Kindern sein könnten. Viele umfangreiche Studien und Untersuchungen der letzten Jahre haben jedoch gezeigt, dass es keinen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus gibt.

Ein Baby vor seiner Impfung. Als Impfreaktion kann es nach einer Injektion zu einer vorübergehenden – und harmlosen – Rötung an der Einstichstelle kommen.
© UNICEF/UNI601119/Vashkiv7. Gibt es in Deutschland eine Impfpflicht?
In Deutschland sind – im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern – bis auf eine Impfung alle Kinderimpfungen freiwillig. Es gibt aber Empfehlungen (siehe Frage oben), gegen welche Krankheiten Sie Ihr Kind unbedingt impfen lassen sollten.
Welche Impfung in Deutschland nicht freiwillig ist? Die seit März 2020 geltende Kinderimpfung gegen die Masern. Die Masernimpfung ist für alle Kinder vorgeschrieben, die in einen Kindergarten, eine Tagespflege oder zur Schule gehen. Und: Die Masern-Impfpflicht gilt natürlich auch für das dort arbeitende Personal.
Der Grund dafür: In den Jahren vor dem Einführen der Masern-Impfpflicht war es in Deutschland aufgrund einer zu niedrigen Impfquote zu Hunderten Maserninfektionen gekommen. Die Masern sind eine schwere Infektionskrankheit, die vor allem bei Kindern zu gefährlichen Komplikationen und Spätfolgen führt – bis hin zu tödlichen Verläufen. Mit der Impfpflicht sollen die Masern nun in Deutschland wieder zurückgedrängt werden. Dennoch wurden auch im vergangenen Jahr 2025 wieder über 200 Maserninfektionen gemeldet.

Die Masern-Impfung ist als einzige Kinderimpfung in Deutschland nicht freiwillig, sondern seit 2020 gesetzlich vorgeschrieben.
© UNICEFWichtige Impfungen für Babys und Kleinkinder
8. Die wichtigsten Impfungen: Welche Impfungen braucht mein Baby wirklich?
Die beste Orientierung für diese Frage bieten Ihnen die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Die STIKO ist am Robert-Koch-Institut angesiedelt. In ihrem jährlich überarbeiteten Impfkalender listet die STIKO alle Standard-Impfungen für Säuglinge, Kinder und Jugendliche in Deutschland auf. Auch das empfohlene Impfalter und die Abstände zwischen den einzelnen Impfungen werden in diesem Kalender festgelegt.
Wenn Sie dem Impfplan der STIKO für Ihr Kind folgen, liegen Sie also auf jeden Fall richtig.
Der aktuelle STIKO-Impfkalender (veröffentlicht im Januar 2026) sieht für Babys und Kleinkinder in den ersten 24 Lebensmonaten eine Grundimmunisierung gegen diese 13 Krankheiten vor:
- Rotaviren
- Tetanus
- Diphtherie
- Keuchhusten (Pertussis)
- Hib (Haemophilus influenzae Typ b. Das ist eine Bakterienart, die unter anderem Hirnhautentzündung (Meningitis) verursachen kann.)
- Kinderlähmung (Poliomyelitis)
- Hepatitis B
- Pneumokokken
- Meningokokken (Meningokokken B und Meningokokken C)
- Masern
- Mumps
- Röteln
- Windpocken (Varizellen)
Hier finden Sie Infos des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zu den aktuellen STIKO-Impfempfehlungen für Kinder unter zwölf Jahren, und hier gelangen Sie direkt zum aktuellen STIKO-Impfkalender 2026 in einer grafischen Übersicht (PDF).
Dank den von der Impfkommission empfohlenen Impfungen erhält Ihr Kind schon ab dem frühesten Säuglingsalter einen wertvollen Impfschutz. Mit der ersten Grundimmunisierung und den später folgenden regelmäßigen Auffrischimpfungen bleibt Ihr Kind sein Leben lang gut geschützt gegen die wichtigsten vermeidbaren Kinderkrankheiten.

Im Impfplan steht, wann welche Impfung dran ist und wieviele Impfdosen ein Kind gegen welche Krankheit braucht.
© UNICEF/UNI731050/Calkic9. Sechsfachimpfung: Kommt mein Baby mit den vielen Impfungen klar?
Ja, die Impfungen sind für die große Mehrheit der Säuglinge überhaupt kein Problem. Manche Eltern befürchten zwar, dass eine Mehrfachimpfung ("Kombinationsimpfung") gegen drei, vier oder mehr Infektionskrankheiten das Immunsystem ihres Kindes überfordern könnte. Aber Kinder sind sowieso jeden Tag Hunderten von Keimen ausgesetzt, mit denen sie gut zurechtkommen. Und: Andere leichte Krankheiten, beispielsweise eine normale Erkältung, belasten das Immunsystem Ihres Kindes stärker als eine Impfung. Selbst eine Sechsfachimpfung wird Ihr Kind also gut wegstecken.
Weitere Vorteile: Man hat durch die Impfungen mit Kombinationsimpfstoffen als Mutter oder Vater weniger einzelne Impftermine in den Arztpraxen, und das Kind hat weniger Injektionen. Gegen manche Infektionskrankheiten – etwa gegen Keuchhusten, Mumps oder Röteln – gibt es außerdem gar keine Einzelimpfstoffe. Diese Impfstoffe sind in Deutschland ausschließlich in einer Kombination erhältlich.
Aus all diesen Gründen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), dass Kombinationsimpfungen für die Standardimpfungen bevorzugt eingesetzt werden sollen.

Schon im Babyalter starten die ersten Standardimpfungen, unter anderem gegen Rotaviren, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Pneumokokken. Babys und Kleinkinder vertragen die Impfungen gut.
© UNICEF/UNI438431/Djemidzic10. Manche Krankheiten gibt es hier doch gar nicht mehr. Soll ich mein Kind trotzdem impfen lassen?
Ja, Sie sollten Ihr Kind impfen lassen, auch wenn die jeweilige Krankheit in unserem Land schon nicht mehr auftritt. Denn durch unsere globalisierte, zunehmend vernetzte Welt besteht die Gefahr, dass sich eine Krankheit wieder von den wenigen Regionen ausgehend ausbreitet, in denen es sie noch gibt – und für diesen Fall ist Ihr Kind mit einer Impfung bestens gewappnet.
11. Vor welchen Infektionskrankheiten schützen die Impfungen mein Baby oder Kleinkind?
Impfungen bewahren Ihr Kind vor vielen schweren Krankheiten. Zum Beispiel vor diesen, die alle auch tödlich enden können:
- Poliomyelitis / Polio (Kinderlähmung) – eine Krankheit, die zu schwersten Lähmungen führen kann
- Masern – die unter anderem Entzündungen in Lunge oder Gehirn verursachen können
- Tetanus (Wundstarrkrampf) – hier kommt es zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Schwierigkeiten beim Essen und Atmen, vor allem bei Neugeborenen
- Mumps – eine Krankheit, die bei bis zu zehn Prozent der Infizierten zu einer Hirnhautentzündung führt
12. Kann ich für mein Kleinkind auf die Windpocken-Impfung verzichten?
Windpocken verlaufen tatsächlich meistens relativ harmlos. Viele der jetzigen Eltern erinnern sich noch, dass sie selbst in ihrer Kindheit die Windpocken hatten – denn der Impfstoff wurde erst in den 1990er-Jahren eingeführt.
Trotzdem ist auch mit dieser Krankheit nicht zu spaßen: Bei einigen wenigen erkrankten Kindern kommt es zu Komplikationen. In schweren Fällen enden die Windpocken ohne Impfung sogar tödlich oder verursachen dauerhafte Behinderungen beim Kind. Durch die Windpocken-Impfung werden solche Komplikationen verhindert.

Wichtiger Impfschutz: Ein Junge bekommt seine Auffrischungsimpfung gegen Windpocken (Varizellen) und andere gefährliche Infektionskrankheiten.
© UNICEF/UN0705561/U.S. CDC/Unique Identifier/Kasia Strek13. Was ist mit COVID-19? Sollte ich mein Kind auch gegen Corona impfen lassen?
Das Coronavirus ist in Deutschland inzwischen dauerhaft verbreitet. Aktuell empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts) gesunden Säuglingen und Kindern trotzdem keine Impfung gegen COVID-19. Der Grund dafür ist, dass eine Infektion mit dem Coronavirus bei gesunden Kindern meist sehr mild verläuft.
Anders sieht es bei Kindern mit bestimmten Vorerkrankungen aus, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben. In diesen Fällen empfiehlt die STIKO die Coronaimpfung (einschließlich der Auffrischimpfungen), damit die Kinder vor schweren Krankheitsverläufen und Langzeitfolgen geschützt sind.
Sind Sie unsicher, ob eine Coronaimpfung für Ihr Kind empfehlenswert ist oder ob Ihr Kind zu einer Risikogruppe gehört? Dann sprechen Sie Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt an, die/der Sie dazu beraten und Ihnen die Entscheidung erleichtern kann.

Eine Kinderärztin untersucht ein Baby, bevor es die im Impfplan festgelegten Routineimpfungen bekommt. Die Coronaimpfung gehört in Deutschland für gesunde Kinder und Jugendliche nicht zu den Standardimpfungen.
© UNICEF/UN0582596/GeorgievMehr Infos zu den Corona-Schutzimpfungen (vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit).
Ablauf: Impfungen für Babys und Kleinkinder
14. Wie läuft die erste Impfung für mein Baby ab?
Die erste Impfung bekommt Ihr Baby im Alter von ungefähr sechs Wochen. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt berät Sie vorher und bespricht mit Ihnen Ihre Fragen. Die Impfung gegen Rotaviren ist die erste Impfung, die ein Säugling bekommt. Sie wird oral verabreicht, also als Schluckimpfung. Die darauffolgenden Impfungen bekommt Ihr Baby per Spritze in den Oberschenkel. Das piekst einmal kurz, aber Sie können Ihr Kind beruhigen, indem Sie es während der Impfung auf dem Schoß oder im Arm halten, ihm einen Schnuller geben oder es zum Beispiel mit Spielzeug ablenken.
Die Kinderärzt*in oder Arzthelfer*in trägt anschließend ins gelbe Untersuchungsheft Ihres Kindes ein, wogegen Ihr Kind geimpft wurde. So ist alles übersichtlich dokumentiert. Die nächsten Impftermine folgen, um den Impfschutz Ihres Kindes für eine komplette Immunisierung zu vervollständigen.

Körperkontakt, Kuscheln, ein beruhigender Tonfall der Eltern helfen den Kindern, die Impfung gut zu überstehen.
© UNICEF/UNI805094/Schimbator15. Ist mein Baby in der Zeit vor den ersten Kinderimpfungen allen Erregern schutzlos ausgeliefert?
Nein, zum Glück nicht. Unmittelbar nach der Geburt und in den ersten Lebenswochen haben Neugeborene nämlich den so genannten Nestschutz. Über die Nabelschnur der Mutter und beim Stillen bekommen sie die Antikörper der Mutter mit. Dadurch sind sie in den ersten Lebenswochen und -monaten auch ohne Impfung gegen zahlreiche Krankheitserreger geschützt. Der Nestschutz hält aber nur kurze Zeit an – dann werden die Säuglinge anfälliger für Infektionskrankheiten. Und die Kinderimpfungen werden damit umso wichtiger.
16. Kann ich Impfungen für mein Kind auch verschieben? So wichtig ist der Impfplan
Wenn es irgendwie geht: Verschieben Sie die anstehenden Impfungen für Ihr Kind lieber nicht. Denn wenn Sie den empfohlenen Impfplan konsequent einhalten, ist das eine der besten Möglichkeiten, um Ihr Kind zu schützen. Jedes Mal, wenn Sie eine Impfung verschieben, erhöhen Sie die Anfälligkeit Ihres Kindes für die jeweilige Krankheit.
Und sollten Sie doch einmal einen Impftermin absagen müssen: Kein Problem. Versuchen Sie einfach, den Termin nach Absprache mit Ihrer Arztpraxis so bald wie möglich nachzuholen.
Tipps zu Impfungen für Babys
17. Was kann ich tun, wenn mein Kind Angst vor Impfungen hat?
Das Wichtigste für Ihr Baby ist, dass Sie die ganze Zeit bei ihm sind. Sprechen Sie in einem liebevollen Tonfall mit Ihrem Kind, und versuchen Sie, möglichst viel Ruhe auszustrahlen. Nehmen Sie es während der Impfung auf den Schoß oder in den Arm, streicheln Sie es. Sie können auch versuchen, es mit Spielzeug oder einem Bilderbuch abzulenken oder ihm etwas vorzusingen. Das macht es für Ihr Baby leichter. Auch Stillen oder alternativ ein Schnuller unmittelbar vor der Impfung beruhigen Ihr Baby.
Wenn Ihr Kind schon größer ist und Angst vor einer Auffrischimpfung hat, können Sie zum Beispiel mit ihm vereinbaren, dass es ganz fest Ihre Hand drückt, während es geimpft wird. Erklären Sie Ihrem Kind vor dem Termin, was passieren wird und dass es bei der Impfung kurz weh tun kann, aber schnell wieder vorbei geht. Falsche Versprechungen wie "Das tut überhaupt nicht weh" sollten Sie dagegen besser vermeiden.
18. Was kann ich tun, wenn mein Kind Nebenwirkungen der Impfung hat?
Nebenwirkungen nach einer Impfung kommen relativ häufig vor, sind aber normalerweise harmlos und gehen schnell vorüber. Dass es zu einer Impfreaktion (also einer normalen Nebenwirkung) kommt, zeigt, dass Ihr Baby auf den Impfstoff reagiert und die Immunabwehr aktiviert ist. Typische Impfreaktionen sind Rötungen, Schmerzen an der Einstichstelle oder auch Fieber. Wichtig zu wissen: Impfreaktionen halten in der Regel nur wenige Tage an und sind nicht gefährlich.
Wenn Sie merken, dass Ihr Kind eine Impfreaktion zeigt, dann können Sie zum Beispiel nach ärztlicher Absprache leichte Fieber- und Schmerzmittel geben, die Einstichstelle kühlen und darauf achten, dass Ihr Kind ausreichend trinkt. Möglicherweise ist Ihr Kind nach der Impfung auch einfach nur anhänglicher oder weint mehr als sonst. Es hilft, wenn Sie nach der Impfung möglichst wenig Programm und stattdessen viel Zeit zuhause einplanen, damit sich Ihr Kind in Ruhe erholen kann.
Sehr viel seltener als zu einer normalen Impfreaktion kommt es zu schweren Nebenwirkungen, sogenannten Impfkomplikationen. Sollten Sie unsicher sein, fragen Sie bitte in Ihrer Kinderarztpraxis nach.
UNICEF-Impfungen retten Kinderleben
Möchten Sie wissen, wie UNICEF Kinder in vielen Ländern weltweit mit Impfstoffen versorgt – und auf diesem Weg Millionen Mädchen und Jungen vor vermeidbaren Krankheiten bewahrt? Auf unserer UNICEF-Impf-Seite erhalten Sie weitere Infos.

Bild 1 von 3 | Der einjährige Dagem in Äthiopien ist ein glückliches Baby. Seine Mutter Fasica sorgt für eine gesunde Ernährung und auch dafür, dass Dagem alle Impfungen bekommt, die er braucht, um gesund aufzuwachsen.
© UNICEF/UNI720634/Pouget
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Bild 3 von 3 | In der Côte d’Ivoire bekommt ein Baby eine Routineimpfung. Danke an alle, die unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen!
© UNICEF/UNI670959/Dejongh
++ Dieser Artikel erschien erstmals am 6. Juli 2020. Wir haben ihn für Sie seitdem regelmäßig aktualisiert. ++
Susanne Nandelstädt arbeitet als Online-Redakteurin für UNICEF. Im Blog schreibt sie über UNICEF-Projekte weltweit.