
Ebola: Viele Fakten zum Ebolavirus, zum aktuellen Ebola-Ausbruch – und ein paar Lichtblicke
Was ist Ebola überhaupt? Was sind die Symptome der gefährlichen Infektionskrankheit, und wie unterstützt UNICEF die betroffenen Kinder? Wir haben für Sie zusammengetragen, was Sie über Ebola wissen sollten – auch über den aktuellen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda.
von Susanne Nandelstädt
Gefährliche Infektionskrankheit Ebola – und wie UNICEF hilft
Fieber, Gliederschmerzen, Müdigkeit. Bloß eine dicke Erkältung im Anmarsch und in ein paar Tagen ist alles wieder gut? Keineswegs. Jedenfalls dann nicht, wenn es sich um Ebolaviren handelt, die Symptome wie diese ausgelöst haben. Dann ist die Situation sofort lebensbedrohlich: Nur rund jede*r zweite Erkrankte überlebt.
Ebola ist eine gnadenlose und furchterregende Krankheit – für Erwachsene, vor allem aber für Kinder. Viele Mädchen und Jungen verlieren ihre Familienangehörigen, erkranken selbst an Ebolafieber oder müssen Wochen in Isolation verbringen, weil sie Kontakt mit einer mit Ebola infizierten Person hatten.
Von Ebola betroffene Kinder sind in einer extremen Ausnahmesituation und brauchen jede Menge emotionale Zuwendung – und zugleich ganz praktische Hilfe.
Gerade wurde ein neuer Ebola-Ausbruch gemeldet, diesmal sind zwei afrikanische Länder betroffen: Am 15. und 16. Mai 2026 meldeten die Demokratische Republik Kongo (DRK) und Uganda Fälle einer seltenen Variante des Ebolavirus. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) bestätigte den Ebola-Ausbruch und stufte ihn als internationale Gesundheitsnotlage ein.
Wie wir von Ebola betroffenen Kindern helfen und was die wichtigsten Fakten über Ebola sind, fasse ich Ihnen heute in diesem Blogartikel zusammen. Doch zum Glück ist es nicht ausschließlich düster rund um das Thema Ebola: Es gibt auch Hoffnungsvolles zu berichten, was ich Ihnen in Form mehrerer "Lichtblicke" mitgebracht habe.
Allgemeine Fakten über das Ebolavirus
Ebola Definition: Was ist Ebola?
Ebola (auch Ebolafieber oder Ebolakrankheit genannt) ist eine lebensgefährliche Viruserkrankung. Ebola wird durch Ebolaviren verursacht und ist extrem ansteckend. Die Krankheit führt zu hohem Fieber, Blutungen und organischem Versagen. Die Ansteckung erfolgt durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen oder Tiere. Ein hoher Prozentsatz der Erkrankten stirbt an der Infektion.

Edmond, ein UNICEF-Mitarbeiter, hängt im April 2025 in einer Grundschule im Westen von Uganda Aufklärungsplakate auf, um das Bewusstsein der Kinder für Ebola zu schärfen und eine Epidemie zu verhindern. 2022 war das Ebolavirus in Uganda ausgebrochen.
© UNICEF/UNI790685/BamulanzekiSo wird Ebola übertragen
Am häufigsten wird das zur Familie der Filoviren gehörende Ebolavirus von Mensch zu Mensch übertragen, und zwar durch direkten körperlichen Kontakt über Körperflüssigkeiten – Speichel, Urin, Kot, Blut, Schweiß, Erbrochenes. Wenn die Krankheit weiter fortgeschritten ist, wird die Gefahr einer Ansteckung noch größer: Dann kann der Erreger auch über Gegenstände übertragen werden, die der oder die Kranke berührt hat, zum Beispiel Kleidung oder eine infizierte Nadel.
Und: Eine Übertragung ist auch über infizierte Tiere möglich, beispielsweise bei der Jagd, Schlachtung, Zubereitung und dem Verzehr von erkrankten Wildtieren – Stichwort "Bushmeat" ("Buschfleisch") – oder über den Kontakt mit infizierten Menschenaffen. Möglicherweise haben Fledermäuse oder Flughunde das Ebolavirus erstmals auf den Menschen übertragen und so die Infektionskrankheit ausgelöst.
Ebolasymptome und Krankheitsverlauf
Die Inkubationszeit bei Ebola (also die Spanne zwischen der Ansteckung und den ersten Symptomen) liegt meistens bei acht bis zehn Tagen. Die Krankheitszeichen sind anfangs ziemlich unspezifisch und können einem grippalen Infekt ähneln: Erkrankte leiden zu Beginn der Krankheit vor allem unter einer erhöhten Körpertemperatur, daneben auch unter Gliederschmerzen und Müdigkeit.
Im weiteren Krankheitsverlauf steigt das Fieber, und es kommen Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Muskelschmerzen, innere Blutungen und andere Symptome hinzu – bis hin zu Atemnot und Delirium.
Überlebenschancen und Todesrate bei Ebola (Mortalität)
Die Mortalität (Sterberate) bei Ebola ist erschreckend hoch. Die genaue Zahl ist schwer zu ermitteln – man vermutet, dass je nach Ausbruch zwischen 30 und 90 Prozent der Infizierten am Ebolafieber sterben. Die Sterblichkeitsrate variiert bei jedem Ebola-Ausbruch. Als Durchschnittswert kann man aber festhalten: Etwa jede oder jeder zweite Infizierte stirbt an der Erkrankung.
Diagnostik und Behandlung von Ebola – ist Ebola heilbar?
Für eine eindeutige Diagnose von Ebola bräuchte man eigentlich modernste Labortechnik – die es in den gefährdeten Ländern aber oftmals nicht gibt. Die Verdachtsdiagnose Ebola wird stattdessen dann gestellt, wenn eine Betroffene oder ein Betroffener ebolatypische frühe Symptome entwickelt, sich die Person zudem in einem von Ebola betroffenen Gebiet aufhält (oder aufgehalten hat) und sie Kontakt hatte zu einem Menschen, der an Ebola erkrankt ist.
Bisher gibt es noch keine spezifische Ebolatherapie. Das heißt, Ebola als Krankheitsursache ist bisher nicht heilbar. Stattdessen werden betroffene Erkrankte in den Ebolastationen vor allem symptomatisch behandelt. Man gibt ihnen beispielsweise fiebersenkende Mittel und versucht den Flüssigkeitshaushalt stabil zu halten. Diese recht einfachen medizinischen Maßnahmen stärken die Patient*innen und können lebensrettenden Einfluss auf den weiteren Verlauf der Krankheit haben.

Zwölf Stunden nach der Geburt dieses Babys ist seine Mutter an Ebola gestorben. Das Mädchen bekam den Namen "Victorine", weil sie Ebola besiegt hat: Victorine wurde mehrfach auf das Ebolavirus getestet, jedes Mal war das Ergebnis negativ. Es ist ein extrem seltener Fall, dass das Kind einer ebolainfizierten Mutter gesund auf die Welt kommt.
© UNICEF/UNI215715/NyboDer wichtigste Grundsatz, wenn jemand an Ebola erkrankt ist oder der Verdacht auf Ebola besteht, ist also: so schnell wie möglich ein Krankenhaus oder eine Gesundheitsstation aufzusuchen.
Frühe Behandlung von Ebola kann Leben retten
Ist es ein reines "Glücksspiel", ob man bei einer Ebolainfektion überlebt oder nicht? Nein, denn: Je früher sich eine Erkrankte oder ein Erkrankter medizinisch behandeln lässt, desto höher sind die Überlebenschancen. "Ebola muss kein Todesurteil sein", bringt es UNICEF-Mitarbeiter Elias Diab (Spezialist für Nothilfeeinsätze) auf den Punkt.
Präventionsmaßnahmen: Übertragung und Verbreitung des Ebolavirus verhindern
Um sich vor Ebola zu schützen, sind strengste Hygienemaßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen das A und O. Handhygiene, also gründliches Händewaschen, steht dabei ganz oben auf der Liste, denn damit kann der Infektionsweg unterbrochen werden.
Den Körperkontakt mit Erkrankten oder mit Personen, die möglicherweise an Ebola erkrankt sind, muss man absolut vermeiden. Stattdessen ist Abstand halten das klare Gebot, um nicht mit Körperflüssigkeiten der Infizierten in Berührung zu kommen. Das medizinische Personal, das direkt mit den Erkrankten beziehungsweise mit Ebola-Verdachtsfällen zu tun hat, trägt spezielle Ganzkörper-Schutzanzüge und Schutzbrillen. Gleiches gilt für die Teams, die nach einem Ebolafall die jeweiligen Räume oder Häuser dekontaminieren, in denen sich Ebolakranke aufgehalten haben.

In diesem Haus in der Demokratischen Republik Kongo hatte sich ein Ebolapatient aufgehalten. Jetzt muss das Haus gründlich dekontaminiert werden. Die Ganzkörper-Schutzanzüge sind für die Helfer*innen unverzichtbar.
© UNICEF/UN0630209/MulalaUm die weitere Ausbreitung des Ebolavirus zu stoppen, muss vor allem eine strikte Quarantäne eingehalten werden: Jede*r Ebola-Patient*in wird so schnell wie möglich konsequent von ihren oder seinen gesunden Mitmenschen getrennt, um sie nicht zu gefährden. Die Erkrankten kommen auf so genannte Sonderisolierstationen. Nur so kann man die hohe Ansteckungsgefahr eindämmen und den Ausbruch einer Epidemie verhindern.
Diese Schutzmaßnahme betrifft auch Kinder – entweder, wenn sie selbst an Ebola erkrankt sind, oder aber, wenn ihre Eltern sich infiziert haben und die Kinder so lange beobachtet werden müssen, bis man weiß, ob sie sich angesteckt haben. Wie wir von UNICEF dafür sorgen, dass die Mädchen und Jungen trotz dieser Extremsituation möglichst viel Geborgenheit und Schutz erfahren, erfahren Sie unten in unserem "Lichtblick 4".

Nach einem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo im Jahr 2022 wurden sogenannte Ringimpfungen durchgeführt: Dabei werden die Personen, die direkten Kontakt zu einer ebolainfizierten Person hatten, gegen den gefährlichen Erreger geimpft. Der damals elfjährige Raphaël war einer der Geimpften.
© UNICEF/UN0631235/MulalaEine lebenswichtige Maßnahme sind außerdem Gesundheitschecks an Kontrollpunkten: Um Erkrankte in Hochrisikogebieten frühzeitig zu erkennen, werden an strategisch wichtigen Stellen Checkpoints eingerichtet. Hier müssen sich alle Vorbeigehenden anstellen, damit ihre Körpertemperatur gemessen werden kann. Fieber ist eins der frühesten Anzeichen von Ebola, deshalb wird jede*r Passant*in mit erhöhter Temperatur erst einmal beobachtet und so schnell wie möglich medizinisch behandelt, wenn Verdacht auf Ebola besteht.

Das Fiebermessen ist eine einfache Methode, um Ebola in einem frühen Stadium zu erkennen und einen größeren Ausbruch zu verhindern.
© UNICEF/UN0756622/BalikuddembeUnd schließlich ist auch eine gute Aufklärung genauso wichtig wie Schutz- und Hygienemaßnahmen: Die Menschen in den betroffenen Regionen müssen informiert sein über die Krankheit – über Ansteckungswege, Symptome und Schutzmaßnahmen. Und auch darüber, wie wichtig es ist, bei jedem Ebolaverdacht direkt eine Gesundheitseinrichtung aufzusuchen. Unsere Helferinnen und Helfer in den betroffenen Regionen versuchen mit ihren Informationskampagnen das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen, damit die Menschen im Ernstfall sofort wissen, was sie tun können.

Sandrine ist eine von UNICEF unterstützte Sozialarbeiterin in der Demokratischen Republik Kongo. Per Megafon macht sie auf Ebola aufmerksam. "In unserer Stadt ist eine neue Epidemie ausgebrochen. Ich informiere darüber, damit wir alle vor dieser Krankheit geschützt ist", erklärt Sandrine.
© UNICEF/UN0633813/MulalaImpfstoffe gegen Ebola
Erste hochwirksame Ebolaimpfstoffe entwickelt!
Diese Entwicklung lässt hoffen: Mittlerweile sind zwei hochwirksame Impfstoffe gegen Ebolafieber in Europa, den USA und zahlreichen Ländern Afrikas zugelassen. Die Wirksamkeit beider Impfstoffe ist durch Studien belegt und abgesichert. Die Ebolaimpfstoffe wirken, indem sie das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern und T-Zellen gegen das Virus anregen und so im Falle einer Infektion Schutz bieten.
Der eine Impfstoff – "Ervebo" – ist ein Lebendimpfstoff, der einmalig gegeben wird. Er kann sogar nach dem Kontakt mit dem Ebolaerreger noch einen gewissen Schutz bieten. Daher wird er reaktiv während eines Ebola-Ausbruchs eingesetzt. Der Impfstoff Ervebo wurde erstmals bei dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo 2018 bis 2020 bei den Kontaktpersonen von Ebolainfizierten eingesetzt. Ervebo wirkt auch präventiv, aber wird nicht in der Breite eingesetzt, da die Impfstoffmengen begrenzt und Ebola-Ausbrüche selten und unvorhersehbar sind. Nur die Personen mit dem höchsten Ebolarisiko – Gesundheitspersonal und Kontaktpersonen von Infizierten – werden mit Ervebo geimpft. Der Schutz gegen Ebola ist bei Ervebo mit einer Wirksamkeit von über 97,5 Prozent sehr hoch. Im Falle einer Ansteckung sorgt der Impfstoff in der Regel für einen deutlich milderen Verlauf der Erkrankung.
Der zweite bisher zugelassene Impfstoff ("Zabdeno" / "Mvabea") besteht aus zwei Impfdosen und ist auch für Kinder ab einem Jahr zugelassen. Er wirkt ausschließlich präventiv und kann daher nicht in schon bestehenden Ebolakrisen eingesetzt werden. Von diesem Impfstoff erhofft man sich eine länger anhaltende Schutzwirkung.
Das Ebolafieber kann durch unterschiedliche Ebolaviren ausgelöst werden. Die bisher zugelassenen Impfstoffe sind nur für eine dieser Spezies, das Zaire-Ebolavirus (ZEBOV), zugelassen. Sie wirken zum Beispiel nicht gegen die Bundibugyo-Variante des Ebolavirus, die im Mai 2026 in Uganda und der Demokratischen Republik Kongo ausgebrochen ist.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weitere Impfstoffkandidaten derzeit in unterschiedlichen Phasen der Entwicklung und werden teilweise bereits im Rahmen von klinischen Studien eingesetzt.
(Stand: Mai 2026)
Ebolavirus: Katastrophe für Kinder
Für die Kinder ist jeder Ebola-Ausbruch eine mehrfache Katastrophe. Bei manchen Ebola-Ausbrüchen sind überproportional viele Kinder betroffen. Wenn die Mädchen und Jungen dazu noch Vorerkrankungen haben oder mangelernährt sind, ist ihr Kampf auf Leben und Tod noch schwieriger. Und im Falle einer Ebolainfektion ist das Risiko für Kinder, an der Krankheit zu sterben, noch höher als bei Erwachsenen.
Noch dazu bringt Ebola für die Kinder, deren Eltern an Ebola erkrankt sind, sehr viel Angst und Unsicherheit mit sich. Phasenweise werden sie von ihren Eltern getrennt – oftmals ganz plötzlich und ohne dass sie sich verabschieden können. Viele von ihnen müssen selbst zur Beobachtung in Isolierstationen und sind dort größtenteils umgeben von völlig Fremden. Am härtesten trifft es die Kinder, die ein oder beide Elternteile durch Ebola verlieren.

Nachdem ihre Mutter an Ebola gestorben war, kam Divina in eine von UNICEF unterstützte Kinderkrippe. Ihre Betreuerin Deborah ist selbst eine Ebolaüberlebende. Sie schloss Divina in ihr Herz und adoptierte das Mädchen.
© UNICEF/UN0542112/BashiziAll diese direkt oder indirekt von Ebolafieber betroffenen Kinder brauchen unseren besonderen Schutz und unsere Fürsorge. Unsere Mitarbeiter*innen sorgen in den Betreuungszentren für sie, damit die Mädchen und Jungen diese dramatische Zeit so gut wie möglich überstehen können.
Herkunft und Geschichte des Ebolavirus
Erstes Ebolaauftreten 1976
Das Ebolavirus wurde 1976 im damaligen Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) entdeckt. Dort war es in der Nähe des Flusses Ebola zu einem ersten Ausbruch gekommen – jedenfalls dem ersten, der wissenschaftlich dokumentiert wurde. Nach dem Fluss wurde die Krankheit benannt. Seitdem kommt es immer wieder zu Ausbrüchen des Ebolafiebers, meistens im tropischen Teil Afrikas.
Ebolafieber-Epidemie 2014 bis 2016 (Westafrika)
Die bisher schwerste Ebolaepidemie war 2014 bis 2016 in Westafrika. Offiziell starben damals mehr als 11.000 Menschen an der Infektionskrankheit. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher, weil viele Erkrankte nicht registriert wurden. Erst Anfang 2016 galten die betroffenen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone laut Einschätzung der WHO (Weltgesundheitsorganisation) wieder als ebolafrei.
Eine Ebola-"Survivor"-Geschichte
Was für ein Glück: Der achtjährige Jacques aus dem Video unten hat Ebola überlebt! Nach der Rückkehr in sein Dorf ist die Wiedersehensfreude bei seinen Verwandten, Freunden und Lehrer*innen groß. Warum das etwas Besonderes ist? Weil noch immer viele Ebolaüberlebende ausgegrenzt, diskriminiert oder schlimmstenfalls sogar aus ihrer Gemeinschaft verstoßen werden.
Ebola-Ausbrüche in der Demokratischen Republik Kongo ab 2018
Nach dem schweren Ebola-Ausbruch in Westafrika herrschte ein paar Jahre relative Ruhe bei dieser grausamen, für viele Infizierte tödlich verlaufenden Viruserkrankung. Aber schon im Jahr 2018 kam es zu einem weiteren Ausbruch – diesmal in der Demokratischen Republik Kongo. Die Situation spitzte sich damals zwischenzeitlich so weit zu, dass die WHO (Weltgesundheitsorganisation) im Juli 2019 den Notstand im Kongo ausrief. Es dauerte rund zwei Jahre, bis die damalige Ebolaepidemie als offiziell beendet galt. Danach kam es noch zu weiteren Ebola-Ausbrüchen im Kongo.
2026: Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda
Am 15. und 16. Mai 2026 meldeten die Behörden in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda neu aufgetretene Ebolafälle. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) bestätigte den Ebola-Ausbruch und rief einen Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite aus.
In der Demokratischen Republik Kongo (DRK) gibt es in der Provinz Ituri bisher acht bestätigte Ebolafälle, über 200 Verdachtsfälle und 80 Todesfälle. In Uganda kam es bislang zu zwei Infektionen (Stand: 16. Mai 2026). Der Ebola-Ausbruch wurde durch die seltene Bundibugyo-Variante des Ebolavirus verursacht, für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff und keine zugelassene Behandlung gibt. Die Situation in den Ebolagebieten wird dadurch erschwert, dass es nur eine unzureichende Gesundheitsvorsorge gibt und die Region schwer zugänglich ist. Der Grenzverkehr zwischen der DRK und Uganda sowie Gewalt und Sicherheitsprobleme erhöhen das Risiko in der Region.
Wir von UNICEF haben schnell reagiert und sind aktuell dabei, unsere Maßnahmen zur Bewältigung der Krise auszuweiten. Wir haben Teams mobilisiert, um in Schulen und Gesundheitseinrichtungen über präventive Hygienemaßnahmen aufzuklären und so weitere Übertragungen zu verhindern. Und: Wir stehen bereit, um lebensnotwendige medizinische und andere Hilfsgüter in die betroffenen Regionen zu bringen.
Gemeinsam mit der WHO, lokalen Regierungen und Partnern arbeiten wir daran, den Ausbruch so schnell wie möglich einzudämmen und Kinder sowie Familien zu schützen.

Mai 2026, Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo: Der zehnjährige Bahati wäscht sich die Hände an der von UNICEF unterstützten Biringi-Grundschule. Händewaschen ist eine der wirksamsten Hygienemaßnahmen, um das Ebolavirus zu stoppen.
© UNICEF/UNI993106/NdombaEbolagefahr für Nachbarländer
Durch die hohe Ansteckungsgefahr des Ebolaerregers besteht bei jedem Ebola-Ausbruch auch für die benachbarten Länder die Gefahr, dass sich das Virus weiterverbreitet. Deshalb wurden zum Beispiel beim Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo 2022 die Nachbarländer Burundi und Uganda ebenfalls zu Hochrisikoländern erklärt.
In diesen Risikoregionen wurden Nothilfepläne für den Fall der Fälle entwickelt: Wie kann bei einem Ebola-Ausbruch schnell gehandelt werden? Wie kann man bei Bedarf die Gesundheitschecks an den Grenzen verstärken, damit das Virus nicht weitergetragen wird? Mit solchen Plänen bereiten sich die Nachbarländer bei einem Ebola-Ausbruch für den Krisenfall vor.

In einem Gesundheitszentrum in Uganda hat UNICEF große Wassertanks errichtet. UNICEF unterstützte das ugandische Gesundheitsministerium während eines Ebola-Ausbruchs im Bereich Wasser- und Sanitärversorgung.
© UNICEF/UN0731585/TibaweswaIst das Ebolavirus eine Gefahr für Europa?
Immer wieder wird hier bei uns in Deutschland auch die Frage gestellt, ob das Ebolavirus nach Europa kommen kann. Fest steht, dass kein Land der Welt absolut sicher vor einem Ebola-Ausbruch ist. Spätestens mit der globalen Coronapandemie ist jedem von uns vor Augen geführt geworden, wie rasant sich hochinfektiöse Viren auf der ganzen Welt ausbreiten können. Aber: Trotz der letzten Ebola-Ausbrüche in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda halten Expert*innen das Risiko weiterhin für relativ gering, dass das Ebolafieber nach Europa importiert wird und sich innerhalb europäischer Länder weiterverbreiten könnte.
So hilft UNICEF Kindern bei der Ebolakrankheit
Für Kinder ist Ebola besonders verheerend. Wir bei UNICEF konzentrieren uns auf mehrere Strategien, wie wir den Mädchen und Jungen helfen können, wenn sie von Ebola betroffen sind: Mit Aufklärung und Schulungen, Wasser- und Hygienemaßnahmen, Hilfsgütern und nicht zuletzt mit psychosozialer Unterstützung.
Ebolaaufklärung: Von Dorf zu Dorf
Eine unserer wichtigsten Aufgaben, um die Ausbreitung von Ebola zu stoppen, ist Aufklärung. Die von uns geschulten Helferinnen und Helfer ziehen durch die Dörfer und Städte und klären die Bewohner*innen in den Krisenregionen darüber auf, was Ebola überhaupt ist und was die ersten Symptome der Krankheit sind.
Unsere Mitarbeiter*innen verteilen Informationen darüber, wie man sich vor einer Ansteckung mit dem tödlichen Erreger schützen kann und dass es mittlerweile bei bestimmten Virusvarianten eine Impfmöglichkeit für direkte Kontaktpersonen von Infizierten gibt. Sie erklären den Menschen auch, dass sie bessere Überlebenschancen haben, wenn sie sich so schnell wie möglich behandeln lassen.
Die UNICEF-Mitarbeiter*innen hören auch zu bei Sorgen und beantworten die vielen Fragen, die es zu Ebola gibt. Zum Beispiel, ob Überlebende, die wieder zurückkehren in ihre Gemeinschaft, noch ansteckend sind? Nein, dieser Mythos besteht zwar immer noch, aber genau solche Wissenslücken zu schließen, ist Aufgabe unserer Teams. So tragen unsere Mitarbeitenden dazu bei, dass Ebolaüberlebende nicht stigmatisiert oder verstoßen werden, wenn sie in ihre Heimatfamilie und -gemeinschaft zurückkehren.

Was sind die Symptome von Ebola? Wie wird die Krankheit übertragen? Und wie kann man sich schützen? Das Wichtigste auf einen Blick können Schüler*innen im Distrikt Ntoroko in Uganda auf diesem Plakat nachlesen.
© UNICEF/UNI790688/BamulanzekiDamit wir die Familien in den Krisengebieten noch persönlicher erreichen, beziehen wir immer auch wichtige Meinungsbildner*innen vor Ort in unsere Arbeit mit ein – zum Beispiel religiöse Führer*innen, Politiker*innen, Lehrer*innen und Prominente. Viele von ihnen schulen wir zum Thema Ebola, damit sie ihr Wissen anschließend weitergeben können. Allein im Kongo haben wir schon Tausende Lehrer*innen geschult. Das Lehrpersonal vermittelt das Gelernte über das Virus dann direkt weiter an ihre Schülerinnen und Schüler.

Wenn man Ebola überlebt hat, ist man immun gegen die Erkrankung. Ruth aus der Demokratischen Republik Kongo arbeitet nach ihrer Ebolainfektion als Betreuerin in einem Ebola-Behandlungszentrum.
© UNICEF/UN0311514/Tremeau
Ebolaimmune Pflegerinnen haben Zeit zum Kuscheln
Ruth (siehe Foto oben) ist 19, und auch sie hat Ebola überlebt. Jetzt arbeitet sie als so genannte "Lullaby nurse" ("Wiegenlied-Krankenschwester"). Ihre Aufgabe: Sie betreut Kinder, deren Mütter an Ebola erkrankt sind oder die (möglicherweise) selbst infiziert sind. Sie spielt und kuschelt mit ihnen, füttert und versorgt sie – eine unschätzbare emotionale Hilfe für die Kinder. Als Ebolaüberlebende ist Ruth selbst immun gegen die Krankheit, denn ihr Körper hat während der Erkrankung Antikörper gebildet.

In Kinshasa (Demokratische Republik Kongo) werden im September 2025 UNICEF-Hilfsgüter für den Weitertransport ausgeladen. UNICEF lieferte Schutzausrüstung, Hygieneartikel und medizinisches Equipment in die Region, damit der Ebola-Ausbruch 2025 schnell eingedämmt werden konnte.
© UNICEF/UNI860564/Wasser, Hygiene und Hilfsgüter für Ebolagebiete
Das Ziel unserer Programmarbeit in Ebolaregionen ist ganz klar: Die weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Wir verteilen Hygienesets, damit sich die Kinder und Familien die Hände waschen können. In Schulen, öffentlichen Gebäuden und an strategisch wichtigen Punkten errichten wir Stationen zum Händewaschen. Dort können wir auch Temperaturchecks durchführen, um Erkrankte schnell zu identifizieren.
Außerdem liefern wir auch andere wichtige Hilfsgüter in die Ebolaregionen. Neben Seife, Eimern und Chlortabletten (mit denen man das Wasser reinigen kann) liefern wir zudem sauberes Wasser an Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Auch Schutzkleidung – beispielsweise Handschuhe und Atemmasken – und medizinische Güter wie Fieberthermometer gehören zu den Hilfsgütern, die wir unterstützend in die Krisenländer bringen.

Die neunjährige Tabitha wäscht sich in der Ilako-Grundschule in der Demokratischen Republik Kongo die Hände. UNICEF hat Handwaschstationen aufgestellt, damit die Schülerinnen und Schüler sich vor Ebola schützen können.
© UNICEF/UN0635209/Mulala
Ein offenes Ohr für die Nöte der Kinder in der Ebolakrise
In den Behandlungszentren, die wir unterstützen, begleiten wir Kinder, die von Ebola betroffen sind. Wenn sie selbst oder ihre Eltern erkranken oder sie schlimmstenfalls zu Ebolawaisen geworden sind, sind unsere Betreuer*innen an ihrer Seite. Manche Kinder verlieren all ihre Familienmitglieder durch Ebola. Die Krankheit traumatisiert sie und lässt viele verstört und verzweifelt zurück. Wir bilden Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen aus, die ein offenes Ohr für die Ängste der Kinder haben. Wir unterstützen auch die Gemeinden dabei, Gesundheitsstationen einzurichten.
Hoffnung im Kampf gegen das Ebolavirus
Die dramatischen Zahlen und Fakten rund um die Viruserkrankung Ebola lassen sich nicht schönreden. Aber dennoch: Geschichten von Überlebenden, vielversprechende medizinische Weiterentwicklungen (vor allem die ersten zugelassenen Impfstoffe!) und Kinder, die trotz der schwierigen Zeiten Geborgenheit erleben – diese Aspekte vermitteln Hoffnung. Hoffnung darauf, dass Ebola eines Tages der Vergangenheit angehören wird. So wie auch andere früher lebensgefährliche Krankheiten wie Tetanus, Polio oder Mumps mittlerweile – vor allem dank weltweiter Impfungen – in den meisten Ländern ihren Schrecken verloren haben.
Bis das der Fall ist, machen wir unbeirrt mit dem weiter, was wir am besten können: Uns um all die Kinder zu kümmern, die unsere Hilfe brauchen – mit Aufklärung und Information, mit praktischen Hilfsmaßnahmen und nicht zuletzt mit ganz viel Aufmerksamkeit und Liebe.

Bevor der Unterricht losgeht, waschen sich alle die Hände: Diese Schülerinnen und Schüler in der Demokratischen Republik Kongo wissen, wie sie sich vor Ebola schützen können.
© UNICEF/UN0635213/MulalaWeitere Infos für Sie haben wir auf unserer Ebola-Themenseite. Und natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, unsere Programme mit einer Spende zu unterstützen und so mit beizutragen zur Bekämpfung von Ebola:
** Dieser Blogbeitrag ist erstmals im Oktober 2019 erschienen. Wir aktualisieren ihn regelmäßig für Sie. **
Susanne Nandelstädt arbeitet als Online-Redakteurin für UNICEF. Im Blog schreibt sie über UNICEF-Projekte weltweit.