Pressemitteilung

Ukraine: Angriffe und Kälte verschärfen Not der Kinder

UNICEF ruft dazu auf, den Kindern in der Ukraine weiter zur Seite zu stehen

Köln

Zunehmende Angriffe auf die zivile Infrastruktur und sinkende Temperaturen verschärfen die Not der Kinder in der Ukraine. Immer wieder sind zahlreiche Familien zeitweise ohne Strom, Wasser und Heizung, insbesondere in Gegenden nahe der Front im Osten und Süden des Landes. Den kalten Temperaturen sind viele Familien schutzlos ausgeliefert. UNICEF weitet die Winterhilfe für Kinder und ihre Familien aus und ruft dringend dazu auf, den Kindern in der Ukraine weiter zur Seite zu stehen.

Ukraine: Die Geschwister Anastasia (17) und Mykhailo (12) stehen vor ihrer zerstörten Schule.

Die Geschwister Anastasia (17) und Mykhailo (12) stehen vor ihrer zerstörten Schule.

© UNICEF/UN0847053/Pashkina

„Minusgrade, verstärkte Angriffe und angstvolle Nächte in der Dunkelheit: Leider scheinen sich die Befürchtungen der Familien, denen wir vor wenigen Wochen bei unserem Besuch in der Region Charkiw begegnet sind, immer mehr zu bewahrheiten. Auch im dritten Kriegswinter gibt es keine Atempause für Kinder in der Ukraine“, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Sie brauchen endlich Frieden – und die Chance auf eine Kindheit, die diesen Namen verdient. In der Zwischenzeit müssen wir alles dafür tun, um sie in diesem neuen Kriegswinter zu unterstützen.“

Seit Februar 2022 wurden rund 1.800 Kinder getötet oder verletzt – die tatsächliche Zahl ist vermutlich weit höher. Die anhaltenden Angriffe sowie Minen und Blindgänger sind eine tagtägliche Gefahr. Rund 30 Prozent des Territoriums der Ukraine könnten laut den ukrainischen Behörden mit Minen und Blindgängern verseucht sein. Auch Krankenhäuser und Kindergärten geraten immer wieder unter Beschuss. Seit Kriegsbeginn wurden mehr als 1.300 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen verzeichnet. Die Stromausfälle während der Wintermonate belasten das Gesundheitssystem weiter, zu einer Zeit, in der die Zahl der Kinder zunimmt, die an Lungenentzündung, Grippe und durch Wasser übertragbaren Krankheiten leiden.

Der Unterricht der Schulkinder wird seit Beginn der Pandemie das vierte Jahr in Folge stark beeinträchtigt. Durch die angriffsbedingten Stromausfälle drohen weitere Unterrichtsunterbrechungen. Mehr als 4.100 Schulen wurden seit Februar 2022 beschädigt oder zerstört. Nur die Hälfte der Schulkinder in der Ukraine kann komplett in Präsenz am Unterricht teilnehmen – im Süden und Osten des Landes ist dies so gut wie gar nicht möglich. Dadurch fehlen ihnen auch die für die Entwicklung von Kindern so wichtigen sozialen Kontakte mit Gleichaltrigen.

Die Erfahrungen des Krieges wirken sich auch auf die psychische Gesundheit der Kinder aus. UNICEF schätzt, dass etwa 1,5 Millionen Kinder in der Ukraine ein hohes Risiko haben, an Depressionen, Angstzuständen und posttraumatischen Belastungsstörungen zu erkranken.

„UNICEF tut alles dafür, den Mädchen und Jungen in dieser schwierigen Lage eine Kindheit und eine Perspektive zu ermöglichen – einen sicheren, warmen Ort, an dem sie lernen und spielen können, Hilfe für körperliche und seelische Wunden, Möglichkeiten, sich durch gemeinsame Freizeit abzulenken und ihre Zukunft mitzugestalten,“ sagte Schneider.

Hilfe für Kinder in der Ukraine

Um Familien in diesem Kriegswinter zu unterstützen, hat UNICEF gemeinsam mit seinem großen Netzwerk an Partnern die Hilfe verstärkt – beispielsweise durch warme Winterkleidung, Decken und psychosoziale Unterstützung für Kinder und Familien. UNICEF stellt auch Generatoren zur Verfügung und unterstützt die Reparatur der lokalen zivilen Infrastruktur und liefert Generatoren an Krankenhäuser. Besonders bedürftige Familien erhalten Bargeldhilfen.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen benötigt im kommenden Jahr 580 Millionen US-Dollar für die Nothilfe für Kinder in und aus der Ukraine.

Service für die Redaktionen

» Der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Christian Schneider und Sprecherin Christine Kahmann haben Mitte November Hilfsprogramme in der Ukraine besucht und stehen für Interviews bereit.

» Bild- und Videomaterialie stehen hier zur Verfügung.

» UNICEF ruft in der Weihnachtszeit zu Spenden für Kinder in der Ukraine auf. Weitere Informationen finden Sie hier.

Christine Kahmann

Christine KahmannSprecherin - Nothilfe

030-275807919presse@unicef.de