
Tipps zum Schutz von Kindern und Babys bei Hitzewellen
Hitze kann für Kinder und Babys schnell zur Gefahr werden. Denn sie sind besonders empfindlich. Wichtig ist es daher, sie zu schützen und sicher durch die heißen Temperaturen zu bringen. In diesem Beitrag finden Sie hilfreiche Tipps.
von Lilian Sekkai und Caroline Dohmen
In diesem Jahr mussten wir nicht lange auf warme Temperaturen warten. Bereits im Mai sorgten vielerorts sonnige Tage für ein sommerliches Gefühl. Etwa Mitte Juni erlebten wir in Deutschland aber ein neues Ausmaß an Hitze. Mehrfach wurden Ende Juni die Hitzerekorde gebrochen.
Viele Kinder freuen sich über Freibadbesuche, viel Eiscreme und Spielen im Garten, um den Sommer so richtig auszukosten.
Bei all der Freude über das Sommerwetter sollten wir Erwachsene aber eines im Blick behalten: Hitze und intensive Sonne können schnell gefährlich werden – besonders für Babys und Kleinkinder, insbesondere bei extremen Temperaturen. In diesem Blogbeitrag haben wir hilfreiche Informationen für Sie zusammengetragen. Dabei hat die Kinderärztin Dr. Annette Kornbrust mit ihrem Fachwissen und praktischen Tipps unterstützt.
Über die letzten Jahrzehnte haben Tage mit heißen Temperaturen weltweit deutlich zugenommen: Laut einer UNICEF-Analyse von 2024 erleben heute Millionen Kinder doppelt so viele Hitzetage mit Temperaturen über 35 Grad wie noch ihre Großeltern.
Der Klimawandel macht Extremwetter wie Dürren oder Hitzewellen, aber auch Starkregen und Überschwemmungen wahrscheinlicher. Ein neuer Bericht von UNICEF zeigt zudem, dass fast jedes Kind weltweit von mindestens einer Auswirkung der Klimakrise betroffen ist. Fast die Hälfte aller Kinder weltweit ist mindestens drei Klimagefahren gleichzeitig ausgesetzt. Dabei sind Dürren, extreme Hitze und Hitzewellen die häufigste Kombination von Klimagefahren.

Bild 1 von 2 | In Griechenland hilft die elfjährige Makela ihrem Opa bei der Bienenzucht. Die anhaltende Hitze und Dürre beunruhigen das Mädchen: "Ich habe Angst vor einem Feuer, das unsere Bäume und Bienenstöcke niederbrennt."
© UNICEF/UNI612839/Pantelia
Bild 2 von 2 | Im August 2024 brechen Waldbrände in der Region Attika nahe Athen aus, die sich durch Hitze und Trockenheit rasant ausbreiten. Die Menschen versuchen verzweifelt ihre Häuser vor den Flammen zu schützen.
© UNICEF/UNI626149/Barai
Doch nicht nur in den europäischen Urlaubsländern wie Griechenland, der Türkei oder Italien kam es diesen Sommer zu enorm hohen Temperaturen. Auch in Deutschland wurden mancherorts bereits Ende Juni Temperaturen von über 40 Grad gemessen. Zahlreiche Hitzewarnungen versetzten viele Menschen in Aufruhr.
Bis 2050 wird schätzungsweise so gut wie jedes Kind weltweit häufig von Hitzewellen betroffen sein. Umso wichtiger ist es, Kinder wirksam vor Hitze und anderen Gefahren durch den Klimawandel zu schützen.
Warum sind Sonne und Hitze für Babys und Kinder besonders schädlich?
Extreme Hitze ist für die Gesundheit eines jeden Menschen schädlich. Säuglinge und Kleinkinder sind neben Schwangeren und älteren Menschen besonders gefährdet, wenn sie hohen Temperaturen und Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Die Lebensgefahr für Kinder beginnt bereits im Mutterleib: Laut einem aktuellen UNICEF-Report steigt die Wahrscheinlichkeit von Totgeburten um 14 Prozent pro 1 Grad Celsius Temperaturanstieg. Extreme Hitze erhöht zudem das Risiko für Frühgeburten, angeborene Fehlbildungen und Komplikationen bei der Schwangerschaft.
Im Vergleich zu Erwachsenen sind kleine Kinder weniger in der Lage, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Die Schweißproduktion ist beispielsweise bei Säuglingen noch nicht so ausgeprägt, um den Körper zu kühlen. Die Folge: Die Körper kleiner Kinder überhitzen schneller. Überhitzung bedeutet zusätzlichen Stress für das junge Immunsystem.
Auch intensive Sonneneinstrahlung kann für Kinder gefährlich werden: Die Haut der Kinder ist sehr empfindlich, da sie noch sehr dünn ist und der hauteigene UV-Schutz sich erst noch entwickeln muss. Der Kopf des Kindes ist im Verhältnis zum Körper größer als bei Erwachsenen und noch weniger durch Haare und Schädelknochen geschützt. Dadurch wirkt die Strahlung der Sonne viel direkter auf das Kind ein.
Extreme Hitze kann zudem den Schlaf beeinträchtigen, was sich wiederum auf die psychische Gesundheit der Kinder auswirken und zu einer schlechteren kognitiven und körperlichen Entwicklung beitragen kann.
Grundsätzlich gilt daher: Schützen Sie Ihr Kleinkind vor Hitze. Je jünger das Kind, desto schutzbedürftiger ist es.

Extreme Hitze ist für viele Kinder weltweit ein Problem. So auch für Ali (10) aus dem Sudan. Dort kommt es immer wieder zu schweren Hitzeperioden.
© UNICEF/UNI623912/ElfatihWelche Auswirkungen können Hitze und hohe Sonneneinstrahlung auf Kinder und Babys haben?
Die Auswirkungen von Hitze sind vielfältig. Diese reichen von Hautschäden, über einen Sonnenstich bis hin zum Hitzeschlag. Dabei wirkt sich die Hitze besonders auf Kleinkinder aus.
Hautschäden durch Sonneinstrahlung
Durch intensive Strahlung der Sonne besteht die Gefahr, dass Kinder sich einen Sonnenbrand zuziehen – gerade bei Säuglingen und kleinen Kindern, deren hauteigener UV-Schutz sich noch entwickeln muss. Bei einem Sonnenbrand zeigt sich die betroffene Hautstelle typischerweise gerötet und fühlt sich heiß an. Bei Berührungen kann sie schmerzen oder jucken. In schweren Fällen entstehen Brandblasen. Ein Sonnenbrand passiert schnell, das kennt sicher jede*r von uns. Dennoch ist es wichtig zu wissen: Ein Sonnenbrand bedeutet immer eine Verbrennung der Haut und sollte daher immer ernst genommen werden.
Sonnenstich bei Kleinkindern und Babys
Durch intensive Sonneneinstrahlung auf den unbedeckten Kopf und Nacken können Kinder einen Sonnenstich erleiden. Bei einem Sonnenstich kommt es zu einer Reizung der Hirnhäute. Typischerweise treten Kopfschmerzen und Übelkeit auf, zudem leiden Kinder unter einer Überhitzung. Die Symptome können erst Stunden später oder über Nacht auftreten.

In Äthiopien schützt eine Mutter ihr Kind mit einem Karton vor der direkten Sonneneinstrahlung auf den Kopf des Kindes.
© UNICEF/UNI421410/PougetHitzschlag bei Kindern und Babys
Die Überhitzung des Körpers kann bei Kindern zu hitzebedingten Erkrankungen führen, von einem leichten Hitzeausschlag über eine Hitzeerschöpfung bis hin zu einem schweren Hitzschlag. Dabei steigt die Körpertemperatur innerhalb kürzester Zeit stark an. Begleitende Beschwerden können schnelle Atmung, Schwindel, Erbrechen, Krämpfe, Schläfrigkeit und Bewusstlosigkeit sein. Achtung, hier herrscht Lebensgefahr! Bei einem Hitzschlag muss sofort die 112 gerufen werden, damit ein*e Notärzt*in helfen kann.
Zudem sind Kinder und Babys noch nicht in der Lage, selbstständig darauf zu achten, genügend zu trinken und sich vor der Hitze zu schützen. So dehydrieren sie leichter, was schnell lebensgefährlich werden kann. Hier sind wir als Erwachsene gefragt, auf die Flüssigkeitszufuhr bei Kindern zu achten und sie wirksam zu schützen.

In Thailand bekommt die kleine Preechaya Janpen (Cee) Hilfe von ihrer Großmutter. Obwohl sie nicht draußen in der prallen Sonne gespielt hat, kam sie auch im Haus so sehr ins Schwitzen, dass ihre Großmutter ihr nun den Schweiß abtupft und versucht sie runterzukühlen. Thailand ist enorm von der Klimakrise betroffen, extreme Hitzewellen sind keine Seltenheit.
© UNICEF/UNI787892/RoisriWie äußert sich Überhitzung bei einem Kleinkind?
Die Auswirkungen von Hitze auf Babys und Kleinkinder sind vielfältig und unterschiedlich. Im folgenden Infokasten haben wir eine Übersicht aufbereitet.
Wenn es heiß ist und Kinder über Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel klagen, kann es sich um einen Sonnenstich, Hitzeerschöpfung oder einen Hitzschlag handeln. Das sind die Unterschiede und Symptome:
Bei einem Sonnenstich kommt es aufgrund einer übermäßigen Sonneneinstrahlung auf den Kopf zu einer Reizung der Hirnhäute. Betroffene Kinder leiden meist unter Kopfschmerzen, Übelkeit und einer Überhitzung. Die Symptome können erst Stunden später oder nachts auftreten. Kinderärzt*innen empfehlen, betroffene Kinder schnellstmöglich aus der Sonne zu holen, den Kopf und Oberkörper hoch zu lagern und mit lauwarmen nassen Umschlägen zu kühlen.
Bei einer Hitzeerschöpfung kommt es aufgrund hoher Temperaturen zu einer Überhitzung des Körpers. Wenn der Körper dann verstärkt Schweiß bildet, dehydriert er und verliert wertvolle Salze. Übermäßiger Durst, trockene Lippen, Appetitlosigkeit, und Abgeschlagenheit sind typische Symptome. Wichtig ist jetzt, dass betroffene Kinder ausreichend trinken. Kinderärzt*innen empfehlen zudem Salzstangen, um den Mineralstoffhaushalt wieder aufzufüllen. Wenn der Zustand sich nicht verbessert oder die Körpertemperatur über 38 Grad steigt, konsultieren Sie ein*e Kinderärzt*in.
Bei einem Hitzschlag herrscht akute Lebensgefahr! Dabei steigt die Körpertemperatur innerhalb kürzester Zeit stark an. Begleitende Beschwerden können schnelle Atmung, Schwindel, Erbrechen, Krämpfe, Schläfrigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit sein. Rufen Sie umgehend eine Notärztin oder einen Notarzt über die 112! Kinderärzt*innen raten zu folgenden Maßnahmen bis Hilfe eintrifft: Bringen Sie Ihr Kind in den Schatten und ziehen Sie ihm die Kleidung aus. Kühlen Sie mit lauwarmen Umschlägen den Körper und lassen Sie Ihr Kind trinken, sofern es sicher bei Bewusstsein ist.
* Die Symptome hitzebedingter Erkrankungen sowie Handlungsempfehlungen haben wir für Sie auf dieser Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) recherchiert. Sie dienen ausschließlich zu Informationszwecken und sind kein Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden an den*die Kinderärzt*in Ihres Vertrauens und klären Sie, worauf Sie bei Ihrem Kind besonders achten sollten.
Behalten Sie Ihr Kind im Blick, wenn Sie hitzebedingte Symptome vermuten - die können sich gerade bei kleinen Kindern sehr schnell entwickeln. Für Eltern oder Erzieher*innen ist das manchmal schwer einzuschätzen. Wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich zusätzlich ärztlichen Rat.
Hitzeschutz für Kinder und Babys: Tipps bei Hitzewellen
Prävention ist der Schlüssel, wenn sich Hitzewellen ankündigen. Denn ein Kleinkind sollte dringend vor Hitze geschützt werden.
Kinder, Kleinkinder und Babys vor direkter Sonneneinstrahlung schützen
Mit diesen einfachen Mitteln können Sie sicherstellen, dass Ihr Kind nicht zu viel Hitze und Sonne abbekommt, um mögliche Folgen vorzubeugen:
- Kinder und insbesondere Babys sollten sich an besonders heißen Sommertagen möglichst an kühleren Orten im Innenraum aufhalten.
- Wenn Sie draußen unterwegs sind, achten Sie auf ausreichend Schatten: Bauen Sie die Spielecke beispielsweise in einer schattigen Ecke im Garten auf.
- Babys sind besonders empfindlich und sollten im ersten Lebensjahr keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA).
- Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt zudem luftige und sonnendichte Kleidung sowie einen Hut, der Kopf und Nacken bedeckt, um dafür zu sorgen, dass die Sonne nicht direkt auf Kinder einwirkt.
- Zudem ist es wichtig, dass auch die Augen geschützt sind – zum Beispiel durch eine Sonnenbrille mit UV-Filter.
- Mit langärmliger (UV-)Badekleidung ist Ihr Kind auch beim Plantschen im Pool besser geschützt. Denn gerade durch die Reflexion der Sonnenstrahlung im Wasser ist die Gefahr eines Sonnenbrands beim Baden noch einmal höher.
Wann sollte ich mit Kleinkind und Baby bei Hitze rausgehen?
Es ist hilfreich, sich vorab über das Wetter und die vorhergesagten Temperaturen zu informieren. An heißen Tagen sollten Sie mit Kindern und Babys, wenn möglich, zur heißesten Tageszeit (mittags/nachmittags) zuhause bleiben. Wichtige Erledigungen, Bewegung und Spielen draußen sind vor allem in den kühleren Morgenstunden und je nach Temperatur und Uhrzeit in den Abendstunden möglich. Bei enormer Hitze kühlt es oft sehr spät ab. Beachten Sie daher immer die Temperatur, da es häufig am frühen Abend noch sehr heiß sein kann.

Der acht Monate alte Sheryas schaukelt gemütlich in einer kleinen Hängematte im Schatten.
© UNICEF/UN0662133/SoniWie viel Hitze vertragen Kleinkinder?
Bitte beachten Sie: Auch ohne amtliche Hitzewarnungen können hohe Temperaturen und zu viel Sonne für Kinder schädlich sein. An heißen Tagen sollten Sie mit Kindern und Babys generell, wenn möglich, zur heißesten Tageszeit zuhause bleiben. Erlauben es die Temperaturen, dass ein Spielen draußen möglich ist, sollen die Kinder bei Hitze dennoch alle 30 Minuten eine Pause machen.
Sonnenschutzmittel bei Kindern und Babys richtig anwenden
Sonnenschutzmittel wie Sonnencreme oder -öl (mindestens Lichtschutzfaktor 30) ergänzen den Schutz vor Sonnenbrand durch angemessene Kleidung. Hände, Gesicht oder andere Stellen, die nicht durch Kleidung bedeckt sind, sollten großzügig und regelmäßig eingecremt werden, damit der Lichtschutzfaktor wirksam schützt – insbesondere, wenn Kinder im Wasser plantschen.
Dabei gibt es speziell für die empfindliche Haut von Kindern ausgerichtete Sonnenschutzmittel, die die Haut weniger austrocknen, sowie wasserfeste Sonnencremes. Einige Expert*innen empfehlen, bei Babys im ersten Lebensjahr aufgrund ihrer empfindlichen Haut auf Sonnencreme zu verzichten. Holen Sie sich bei Ihrer Kinderärzt*in Rat ein, wenn Sie unsicher sind, welches Sonnenschutzmittel für Ihr Kind am besten geeignet ist.

Die kleine Margot trägt vor dem Spielen Sonnenschutz auf. Bei der Verteilung der Creme benötigt sie noch etwas Hilfe.
© UNICEF/UNI323373/BajornasHätten Sie das gewusst? Bei einem Sonnenbrand handelt es sich immer um eine echte Verbrennung der Hautoberfläche. Die verbrannte Hautstelle ist rot, fühlt sich heiß an und kann schmerzen. Nasse Umschläge und spezielle Gels können die Stelle kühlen und zur Schmerzlinderung beitragen. Bei einem schweren Sonnenbrand kommt es mitunter zur Bildung von Brandblasen.
Wichtig mit Kleinkindern und Babys: Hitzewarnungen beachten
Achten Sie auf Warnungen vor hohen Temperaturen in den Wettervorhersagen. In Deutschland veröffentlicht der Deutsche Wetterdienst amtliche Hitzewarnungen für Tage, an denen die gefühlte Temperatur über 32 Grad liegt und die Nächte so warm sind, dass es zu keiner Abkühlung kommt. Die gefühlte Temperatur bezieht Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Wind mit ein, denn durch diese Faktoren kann sich die vorherrschende Temperatur unterschiedlich anfühlen.
Dennoch sollten Sie, auch wenn keine Hitzewarnung veröffentlicht wurde, bei heißen Temperaturen vorsichtig sein und sich mit Kleinkindern und Babys bei Hitze möglichst wenig draußen aufhalten.
Es passiert leider immer noch, dass die Gefahr, die von in der Sonne geparkten Autos oder Kinderwägen ausgeht, unterschätzt wird. Gerade Autos können innerhalb von Minuten so sehr aufheizen, dass sie zu Hitzefallen werden. Kinder und auch Tiere dürfen unter keinen Umständen darin zurückgelassen werden!
Wussten Sie das? Auf den Webseiten einiger deutscher Städte gibt es Stadtkarten mit "kühlen Orten". Dort sind Parks, klimatisierte Kaufhäuser oder Plätze im Schatten eingezeichnet, die Sie bei heißen Temperaturen aufsuchen können, um etwas abzukühlen. Die Karten gibt es zum Beispiel für Köln, Heidelberg und viele weitere Städte.

Lama (10) trinkt Wasser in ihrer Schule. Es ist wichtig, dass auch Kinder ausreichend Wasser trinken, die bereits in der Schule sind und während einer Hitzeperiode dort lernen.
© UNICEF/UNI891095/BashourBei Hitze: Ausreichend Wasser für Kinder und Babys
Bei Hitze verliert der Körper viel Wasser. Um Kinder und Babys vor gefährlichem Dehydrieren zu schützen, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr an heißen Tagen wichtig. Besonders Kleinkinder sind noch nicht in der Lage, selbstständig dafür zu sorgen, dass sie genügend trinken.
Kinderärzt*innen raten Eltern und anderen Betreuungspersonen genau darauf zu achten, wie viel Wasser Kinder zu sich nehmen. Erinnern Sie Ihr Kind regelmäßig während des Spielens ans Trinken und nehmen Sie genügend Getränke mit, wenn Sie das Haus verlassen. Auch für Mamas, Papas und Betreuungspersonen ist Trinken an heißen Tagen wichtig: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und trinken Sie regelmäßig, bevor Sie durstig werden. Denn Durst zeigt an, dass der Körper bereits mit zu wenig Flüssigkeit versorgt wurde.
Geht Ihr Kind auch an heißen Tagen so oft wie sonst zur Toilette oder ist die Windel genauso oft nass wie üblich? Achten Sie unbedingt darauf - falls nicht, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Kind zu wenig getrunken hat.
Tipp: Wenn Kinder nicht gerne so viel stilles Wasser trinken, eignen sich auch ungesüßte Früchte- und Kräutertees oder stark verdünnter Saft. Die Getränke sollten nicht eiskalt, sondern eher lauwarm sein, da der Körper sonst zusätzliche Energie aufwenden muss, um die Flüssigkeit auf Körpertemperatur zu erwärmen.

Ausreichend Trinken ist wichtig – besonders an heißen Tagen.
© UNICEF/UNI642664/RoisriAktivitäten bei Hitze: Drinnen und draußen mit Kleinkindern und Babys
Im Sommer ist es für viele Eltern herausfordernd, bei Hitze genügend spannende Aktivitäten für Kinder zu finden, die gleichzeitig nicht zu anstrengend sind oder die Kinder nur im Haus halten. Hier kommen drei Tipps, was Sie mit Ihrem Kind trotz Hitze erleben können:
Einen nahegelegenen Wald oder Park erkunden

Alex (8) sitzt im Schatten unter Bäumen in einem Park und ruht sich aus.
© UNICEF/UNI925323/BortkevychBei heißen Temperaturen können Sie mit Kindern im Wald oder im Park unter Bäumen etwas Abkühlung finden. Die Bäume spenden Schatten und sorgen so für etwas kühlere Temperaturen. Wenn Sie die heißeste Zeit zuhause verbringen, ist eine Wald-Entdeckertour zuvor oder im Anschluss eine gelungene Abwechslung. Ein Wald oder Park in Ihrer Nähe hat den Vorteil, dass Sie schnell wieder zuhause sind, wenn Ihr Kind aufgrund der warmen Temperaturen ausgepowert ist.
Nehmen Sie ausreichend Sonnenschutz, genügend Getränke und einen gesunden Snack – wie beispielsweise Wassermelonen – mit. Ein Picknick im Wald sorgt für die nötige Stärkung.
Sommerliches Eis selbst machen
Was gibt es im Sommer Besseres als Eis? Die leckere Abkühlung lässt sich ganz einfach selbst herstellen. Eine tolle Beschäftigung für Kinder an einem heißen Sommertag.

Eis schmeckt Kindern und Erwachsenen überall – so wie dem kleinen Mykyta und seiner Mutter Kateryna, die in Polen auf einer Bank ein Eis genießen.
© UNICEF/UN0715316/Kasia StrekDas Blitz-Eis lässt sich kinderleicht herstellen: Pürieren Sie gefrorene Früchte wie Himbeeren, Mango oder Banane mit etwas Joghurt oder Quark. Alternativ können Sie auch einen Saft mit den Früchten mischen. Falls die Mischung nicht süß genug ist, können Sie das Ganze mit Honig oder Ahornsirup süßen. Die fertige Eiscreme kann dann auf Schüsselchen aufgeteilt und noch mit Zuckerstreuseln, Nüssen, Schokolinsen oder Kokosraspeln verziert werden.
Mit der Familie Eis essen: Wenn Sie vorbereitet sein wollen, weil das Eis zwischendurch einfach runterkühlen soll, können Sie das Eis auch gemeinsam vorrätig vorbereiten. Selbst püriertes Eis beispielsweise mit Bananen und Saft kann auch mehrere Tage in Eisförmchen im Gefrierfach eingefroren werden. Achten Sie darauf, dass das Eis nicht zu lange in der Gefriertruhe bleibt – das sollte bei einer solchen Leckerei aber kein Problem darstellen.
Baby und Kleinkind abkühlen: Sprühflasche & Fußbad
Bringen Sie Ihrem Kind spielerisch bei, sich abzukühlen. Mit einer einfachen Sprühflasche, die Wasser angenehm zerstäubt, können Sie für schnelle Abkühlung sorgen, die auch noch Spaß macht. Füllen Sie dafür die Sprühflasche mit lauwarmem Wasser und zeigen Sie Ihrem Kind, wie es die Sprühstöße auslöst.
Der Sprühnebel auf der Haut hilft dabei, den Körper durch die Verdunstungskälte angenehm zu kühlen.
Eine andere Möglichkeit zur Abkühlung ist ein Fußbad. Auch hier raten Kinderärzt*innen zu lauwarmem statt eiskaltem Wasser.
Wichtiger Hinweis: Kinder sollen nicht unbeaufsichtigt mit Wasser spielen.

Die Geschwister Khemajira Somnaijai (Nam) und Sirinda Somnaijai (Fon) spielen glücklich mit Wasser. Damit die beiden sich abkühlen können, kümmert sich ihre Mutter darum, dass ihnen beim Badespaß nichts passiert. Sie beobachtet die zwei stets aus der Nähe.
© UNICEF/UNI787945/RoisriEine Leseecke im Kühlen
Wenn es extrem heiß ist, sind vor allem ruhige Aktivitäten gut, damit Ihr Kind nicht zu schnell erschöpft ist. In einem angenehm kühlen Raum Ihrer Wohnung lässt sich mit einfachen Mitteln wie Decken, Matratzen und Kissen eine gemütliche Leseecke einrichten, in denen Sie die heißen Stunden des Tages verbringen können. Tauchen Sie mit Ihrem Kind in spannende Bücherwelten ab, bis es so weit abgekühlt ist, dass das nächste Abenteuer wieder im Freien stattfinden kann.

Julius hat es sich in seinem Kinderzimmer gemütlich gemacht.
© UNICEF/UNI401266/BänschWussten Sie das? Vorlesen trägt dazu bei, dass Ihre Kinder ihren Wortschatz erweitern. Außerdem hilft das Vorlesen von Büchern, dass Kinder Kreativität und Vorstellungskraft entwickeln und die Welt besser verstehen.
Die Klimakrise und die globale Erwärmung sind das größte Gesundheitsrisiko für kommende Generationen. Die Kinder werden am meisten darunter leiden. Lassen Sie uns alle tun was wir können, um die Kinder vor dieser Gefahr wirksam zu schützen!
* Hinweise zu Quellen: Weitere Informationen zum Thema Schutz vor Hitze und Sonne für Babys und Kleinkinder finden Sie auf folgenden Seiten, auf denen wir auch für diesen Beitrag recherchiert haben: UNICEF Heat wave safety tips, Klima-Mensch-Gesundheit (BzgA) und Kindergesundheit-info.de (BzgA). Zusätzlich hat uns die Kinderärztin Dr. Annette Kornbrust mit ihrem Fachwissen und praktischen Tipps unterstützt. Dazu an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön!
Lilian Sekkai arbeitet im Presseteam und schreibt über UNICEF-Themen und Kinder weltweit.