© UNICEF/UNI693343/DickoKinderarbeit einfach erklärt: Ein Junge bei der Arbeit als Goldwäscher.
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Was ist Kinderarbeit?

Mehr als 130 Millionen Kinder auf der Welt müssen arbeiten wie Erwachsene. Deshalb gehen sie häufig nicht zur Schule und haben kaum Zeit, um zu spielen oder sich auszuruhen. Erfahre hier, warum es Kinderarbeit gibt und was wir alle tun können, um die Rechte der Kinder weltweit zu stärken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund 138 Millionen Kinder auf der ganzen Welt müssen arbeiten, um zum Beispiel genug zu essen zu haben – häufig viele Stunden am Tag.
  • Kinder, die arbeiten, gehen häufig nicht zur Schule. Sie haben kaum Zeit zu spielen oder sich auszuruhen. Viele verletzen sich bei der Arbeit oder werden krank.
  • UNICEF setzt sich auf der ganzen Welt gegen Kinderarbeit ein, damit Kinder gesund aufwachsen und lernen können.

Warum müssen Kinder arbeiten?

Es gibt Länder, in denen Kinder arbeiten müssen, um Geld für ihre Familie zu verdienen. Das hat unterschiedliche Gründe.

  • Armut: Viele Menschen auf der Welt sind sehr arm. Darum müssen Kinder zum Beispiel bei der Ernte helfen oder mit Arbeit Geld verdienen, damit die Familie genug zu essen hat. In Deutschland zum Beispiel von Armut betroffene Familien Geld vom Staat. In vielen Ländern ist das jedoch nicht so.
  • Kein Geld für Bildung: In einigen Ländern müssen alle Eltern Geld bezahlen, damit ihre Kinder zur Schule gehen können. Familien mit wenig Geld können sich das nicht leisten. Darum gehen die Kinder nicht zur Schule, sondern fangen schon früh an zu arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen.
  • Zu wenig Schulen: In Ländern mit großer Armut gibt es oft nicht genug Schulen für alle Kinder oder der Unterricht ist so schlecht, dass Kinder nicht hingehen. Oft wohnen die Kinder auch so weit weg von der nächsten Schule, dass sie gar nicht jeden Tag zur Schule gehen können. Oft müssen diese Kinder dann stattdessen im Haushalt helfen, auf den Feldern arbeiten oder das Vieh hüten.
  • Diskriminierung: Vor allem Mädchen werden in vielen Ländern benachteiligt. In Afghanistan zum Beispiel dürfen Mädchen nach der siebten Klasse nicht mehr zur Schule gehen. Stattdessen müssen sie im Haushalt arbeiten oder auf jüngere Geschwister aufpassen, um sich auf das Leben als Ehefrau und Mutter vorzubereiten.
  • Straßenkinder: Es gibt Länder, in denen sich niemand richtig um Kinder kümmert, wenn sie ihre Eltern verlieren oder nicht mehr zuhause leben können. Diese Kinder müssen oft betteln oder arbeiten gehen, um etwas zu essen zu haben.

Warum ist Kinderarbeit so schlecht für die Kinder?

Kinderarbeit bedeutet, dass Kinder Arbeiten verrichten müssen, für die sie zu jung sind, die gefährlich sind oder die sie daran hindern, gesund aufzuwachsen oder zur Schule zu gehen.

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Kinderarbeit ist gegen die Kinderrechte

Wenn Kinder arbeiten müssen, verstößt das gegen die Kinderrechte. Diese Rechte sind in der UN-Kinderrechtskonvention festgehalten. Sie sollen helfen, dass alle Kinder gesund aufwachsen und sich gut entwickeln können. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass Kinder zur Schule gehen sollen und genug Zeit zum Spielen haben. Fast alle Länder der Welt haben gesagt, dass sie die Kinderrechte einhalten wollen. Trotzdem müssen in vielen Ländern Kinder arbeiten.

Welche Arbeiten müssen Kinder machen?

Viele Kinder müssen gemeinsam mit ihren Eltern arbeiten, zum Beispiel bei der Feldarbeit. Es gibt aber auch Kinder, die in Fabriken, in Minen oder auf der Straße arbeiten müssen.

  • Auf Feldern: Am meisten Kinderarbeit gibt es in der Landwirtschaft. Kinder müssen Obst und Gemüse ernten, Tee pflücken und Tiere hüten. Die Arbeit ist oft anstrengend und kann gefährlich sein.
  • In Fabriken: In Fabriken oder Werkstätten müssen Kinder Kleidung nähen oder Stoffe färben, Schuhe zusammenkleben oder zum Beispiel Ziegelsteine herstellen.
  • In Minen: Kinder müssen auch im Bergbau arbeiten. Dort holen sie wertvolle Stoffe wie Gold, Kobalt oder Glimmer aus dem Boden heraus oder sortieren die Steine nach Farbe und Größe. Diese Arbeit ist anstrengend und sehr gefährlich. Die Kinder können sich schwer verletzen oder krank werden vom Staub oder giftigen Stoffen im Boden.
  • Auf der Straße: Manche Kinder verkaufen auf der Straße Essen und andere Waren, putzen Schuhe oder sammeln Müll. Sie sind jeden Tag sehr lange allein draußen unterwegs und haben in dieser Zeit keinen Schutz von ihren Eltern oder anderen Erwachsenen.
  • In Haushalten: Vor allem Mädchen arbeiten oft im Haushalt von anderen Familien. Sie kochen, putzen, waschen Wäsche oder kümmern sich um jüngere Kinder.
  • Als Kindersoldat*innen: In Ländern, in denen Gruppen gegeneinander kämpfen, werden manchmal Kinder gezwungen, als Soldat*innen zu kämpfen. Das ist eine der schlimmsten Formen von Kinderarbeit und streng verboten. Trotzdem entführen die Gruppen immer wieder Kinder und zwingen sie zur Arbeit.
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Wie viele Kinder müssen arbeiten?

  • 138 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 17 Jahren müssen weltweit arbeiten.
  • 54 Millionen Kinder müssen sehr schwere oder gefährliche Arbeiten machen.
  • Jungen arbeiten besonders oft in Minen, Steinbrüchen, in Fabriken oder als Straßenverkäufer.
  • Mädchen müssen häufiger im Haushalt und bei der Ernte für die Familie mitarbeiten. 

In welchen Ländern gibt es Kinderarbeit?

Kinderarbeit ist ein weltweites Problem. Besonders häufig kommt sie aber in Ländern vor, in denen viele Menschen arm sind und nicht genug Geld verdienen, um ihre Familien zu versorgen. Viele dieser Länder liegen auf dem afrikanischen Kontinent. Auch in Asien und Südamerika kommt Kinderarbeit vor. Dort müssen in den vergangenen Jahren aber zum Glück immer weniger Kinder arbeiten.

Kinderarbeit gibt es sowohl auf dem Land als auch in großen Städten. Besonders betroffen sind Regionen, in denen es zu wenige Schulen gibt oder Familien keine Unterstützung bekommen, wenn sie in Not geraten.

Kinderarbeit in Deutschland

In Deutschland ist Kinderarbeit verboten und wird auch von der Politik streng kontrolliert. Alle Kinder sollen zur Schule gehen. Für Kinder ab 13 Jahren gibt es jedoch Ausnahmen, wenn die Arbeit sehr leicht ist und nur für wenige Stunden im Monat stattfindet. Mit Zustimmung der Eltern dürfen sie leichte Arbeiten übernehmen, zum Beispiel Zeitungen austragen oder Babysitten.

Jugendliche ab 15 Jahren dürfen auch länger arbeiten. Auch für sie gilt aber: Gefährliche, schwere oder gesundheitsschädliche Arbeiten sind verboten. Außerdem müssen sie regelmäßig Pausen machen und freie Tage haben.

Was kann man gegen Kinderarbeit tun?

Kinderarbeit hat viele Ursachen. Deshalb müssen Regierungen, Unternehmen und wir alle gemeinsam etwas dagegen tun.

Wie setzt sich UNICEF gegen Kinderarbeit ein?

  • Wir machen auf Kinderarbeit aufmerksam: UNICEF informiert Menschen auf der ganzen Welt über die Ursachen und Folgen von Kinderarbeit. Wir geben ausgebeuteten Kindern eine Stimme und setzen uns für ihre Rechte ein.
  • Wir helfen Kindern beim Lernen: Wir helfen, Schulen zu bauen, damit mehr Kinder lernen können. Außerdem unterstützen wir die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrer und sorgen für Bücher, Hefte und Stifte. Zudem helfen wir Regierungen in vielen Ländern dabei dafür zu sorgen, dass alle Kinder zur Schule gehen.
  • Wir setzen uns für bessere Gesetze ein: Wir fordern Regierungen weltweit dazu auf, Armut und Kinderarbeit wirksam zu bekämpfen, Schulen und Kinderbetreuung einzurichten und Kinder besser zu schützen.
  • Wir fordern faire Arbeitsbedingungen: UNICEF setzt sich dafür ein, dass Unternehmen Kinderarbeit frühzeitig und verhindern – auch bei den Firmen, mit denen sie zusammenarbeiten. Dazu gehört zum Beispiel, dass Eltern genug Geld verdienen und dass ihre Arbeitszeiten so sind, dass sie genug Zeit für ihre Kinder haben.
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Am 12. Juni ist der Welttag gegen Kinderarbeit

Es gibt einen speziellen Tag, der auf Kinderarbeit aufmerksam machen soll: Der Welttag gegen Kinderarbeit findet jedes Jahr am 12. Juni statt.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat den Welttag gegen Kinderarbeit im Jahr 2002 ins Leben gerufen. Viele Organisationen machen an diesem Tag darauf aufmerksam, dass Millionen Kinder weltweit ausgebeutet werden. Sie fordern Regierungen und Unternehmen auf, Kinderarbeit zu beenden und die Ursachen von Kinderarbeit zu bekämpfen – vor allem Armut.

Autor*in UNICEF Redaktion

Diesen Artikel hat das Team der UNICEF-Redaktion für Sie recherchiert und verfasst.