Kinderrechte brauchen ihren Platz an den Schulen
Acht Grund- und Förderschulen in Mecklenburg-Vorpommern beginnen mit neuem Programm zur Stärkung von Kinderrechten, Beteiligung und Demokratiebildung

Mit dem „Kinderrechteschulen Programm“ starten das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern und UNICEF Deutschland eine gemeinsame Kooperation zur Schulentwicklung für Grund- und Förderschulen. Ziel ist es, Kinderrechte auf Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention dauerhaft im Schulalltag zu verankern und eine demokratische Teilhabe an Schulen zu stärken. Ab Juli 2026 beteiligen sich zunächst fünf Grundschulen und drei Förderschulen aus allen Regionen in Mecklenburg-Vorpommern, die sich zuvor für die Pilotphase beworben haben. In den Folgejahren soll das Programm schrittweise auf weitere Schulen ausgeweitet werden. Das stärkt die Kinder, sich in die demokratische Schul- und Unterrichtsstruktur einzubringen.
Bildungsministerin Simone Oldenburg: „An Schulen kann man gar nicht früh genug damit beginnen, Kinder und Jugendliche zur Teilhabe an der Demokratie zu befähigen. Kinder müssen wissen, welche Rechte sie haben. Es ist unsere Aufgabe, ihnen Wege zu zeigen und ihre Rechte einzufordern. Mit UNICEF haben wir einen starken Partner gewonnen, um Demokratiebildung bereits in der Grundschule und speziell auch in Förderschulen zu stärken. Das Programm unterstützt Schulen dabei, Kinderrechte im Schulalltag erlebbar zu machen und nachhaltig im Schulprogramm zu verankern.“
UNICEF, Geschäftsführer, Christian Schneider: „Der Start des UNICEF Kinderrechteschulen Programms markiert einen wichtigen Schritt für Kinderrechte in Mecklenburg-Vorpommern. Wir danken dem Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung für dieses klare Bekenntnis zur Schulentwicklung entlang der UN-Kinderrechtskonvention – und allen teilnehmenden Schulen, die sich dieser zusätzlichen Aufgabe stellen. Kinderrechte im Schulalltag zu verankern heißt, Kindern eine Stimme zu geben und Beteiligung an der Gestaltung von Schule und Gesellschaft für Kinder erfahrbar zu machen. Wo Kinder ihre Rechte kennen und mitgestalten dürfen, wächst Demokratie von klein auf. Genau das ist das Ziel des Programms.“
Voraussetzung für die Teilnahme am „Kinderrechteschulen Programm“ ist ein Beschluss der Schulkonferenz sowie die Bereitschaft von Schulleitung, Lehrkräften, dem weiteren pädagogischen Personal, Schüler*innen sowie den Eltern, den Entwicklungsprozess gemeinsam zu gestalten. An jeder teilnehmenden Schule wird ein Kinderrechte-Team gebildet. Dieses koordiniert den etwa zweijährigen Schulentwicklungsprozess und bezieht die gesamte Schulgemeinschaft aktiv in die Schulentwicklung ein. Geschulte UNICEF-Trainer*innen begleiten den Prozess.
Bestandteil des Programms ist ein siebenstufiges Training für das Schul- und Fachpersonal. In fünf Modulen werden zum Beispiel Beteiligungsformate mit und für Kinder entwickelt, ein Anti-Diskriminierungskonzept ausgearbeitet sowie Formate zur Lösung von Streit, Gewalt und Mobbing erprobt und eingeführt. Das Kinderrechte-Training ist flexibel angelegt und baut auf bereits bestehenden schulischen Strukturen auf.
Nach erfolgreichem Abschluss des Programms erhalten die Schulen das Siegel „Kinderrechteschule – Wir leben Kinderrechte“ und werden Teil eines bundesweiten Netzwerks. Mecklenburg-Vorpommern ist nach Schleswig-Holstein, Sachsen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen das fünfte Bundesland, das das „Kinderrechteschulen Programm“ von UNICEF umsetzt.
Das „Kinderrechteschulen Programm“ ist Teil der Demokratiebildung an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern und Bestandteil des BNE-Masterplans des Landes. Es ergänzt bestehende Ansätze wie „Lernen durch Engagement“ oder „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und unterstützt Schulen dabei ihre demokratischen Schul- und Lernkultur weiterzuentwickeln.
Ansprechpersonen:
Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern, Henning Lipski, Pressesprecher, presse@bm.mv-regierung.de, Telefon: 0385 588-17003
Über UNICEF: Hilfe für Kinder seit 80 Jahren
Das UN-Kinderhilfswerk wurde vor 80 Jahren am 11. Dezember 1946 ins Leben gerufen, um Kindern im vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Europa zu helfen. Heute setzt sich UNICEF weltweit in über 190 Ländern für die Umsetzung der Rechte aller Kinder ein. Von der schnellen Nothilfe bis zu langfristigen Programmen hilft UNICEF, dass Mädchen und Jungen überall auf der Welt gesund und geschützt groß werden und ihre Fähigkeiten voll entfalten können.
Das Deutsche Komitee für UNICEF mit Sitz in Köln wurde 1953 als Verein gegründet und ist heute eine der wichtigsten Stützen der weltweiten UNICEF-Arbeit. In ganz Deutschland sind rund 7.000 ehrenamtliche Erwachsene und Jugendliche für UNICEF aktiv. Mit Programmen und politischer Arbeit trägt UNICEF Deutschland auch hierzulande zu einem besseren Verständnis der Rechte und der Belange von Kindern bei. Weitere Informationen: www.unicef.de.