© UNICEF/UNI702070/KeïtaAIDS einfach erklärt: Vier Engagierte für U-Report posieren vor einem Plakat.
Blog

Was ist Aids einfach erklärt?

Aids ist eine lebensgefährliche Krankheit. Hier bei uns in Deutschland kommt Aids nicht so häufig vor. Es gibt aber Länder, in denen immer noch viele Menschen an Aids erkranken. Wir erklären dir, was Aids und HIV sind und was man dagegen tun kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aids ist eine Immunschwächekrankheit, bei der die Abwehrkräfte eines Menschen nach und nach geschwächt werden.
  • Aids ist noch immer nicht heilbar. Es gibt aber Medikamente, mit denen erkrankte Menschen lange und gut leben können.
  • In einigen Ländern, vor allem in Afrika, erkranken viel mehr Menschen an Aids als bei uns. Nicht alle bekommen die Behandlung, die sie eigentlich dringend benötigen.

Was ist Aids für eine Krankheit?

Aids ist eine lebensgefährliche Krankheit, die das Immunsystem zerstört. Das Wort Aids ist eine englische Abkürzung und steht für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“. Auf Deutsch heißt das „erworbenes Immunschwäche-Syndrom“.

Das Immunsystem schützt den Körper vor Bakterien oder Viren, die krank machen. Wenn ein Mensch Aids hat, wird das Immunsystem immer schwächer, sodass der Körper Infektionskrankheiten oder zum Beispiel Krebserkrankungen nicht mehr bekämpfen kann. Ohne Medikamente sterben die erkrankten Menschen.

Aids wird durch ein Virus ausgelöst: das HI-Virus oder kurz: HIV. Menschen, die das HI-Virus in sich tragen, nennt man HIV-positiv. Die Krankheit Aids bricht erst aus, wenn das HI-Virus schon viele wichtige Immunzellen im Körper zerstört hat.

Info
HIV und Aids – was ist der Unterschied?

HIV ist ein Virus. Aids ist die Krankheit, die das Virus verursacht.

HIV ist eine Abkürzung und steht für „Humanes Immundefizienz-Virus“. Das bedeutet, dass das Virus die Abwehrkräfte des menschlichen Körpers schwächt.

Gesunde Menschen wehren täglich Millionen von Viren, Bakterien oder Pilzen ab, ohne es zu merken. So bleiben wir gesund. Der Körper eines HIV-positiven Menschen kann das nicht mehr. Darum kann er lebensbedrohliche Krankheiten wie zum Beispiel eine Lungenentzündung bekommen. 

Wenn Menschen wegen des HI-Virus schwer krank werden, dann haben sie Aids. Die Krankheit entsteht also erst, wenn das Virus die Abwehrkräfte des Körpers schon stark geschwächt hat.

Was passiert bei Aids im Körper?

Wenn HI-Viren in den Körper eines Menschen gelangen, greifen sie dort die Immunzellen an.

Die Immunzellen sind so etwas wie die „Polizei“ des Körpers: Sie halten überall im menschlichen Körper Ausschau nach Gefahren, zum Beispiel Erkältungsviren oder kranken Zellen. Wenn die Immunzellen ein Virus erkennen, schlagen sie Alarm und sorgen dafür, dass die Krankmacher bekämpft werden.

Gegen HIV kommen die Immunzellen aber nicht an. Die HI-Viren dringen in die Immunzellen ein und verändern sie so, dass diese selbst viele neue HI-Viren produzieren. Danach sterben die Immunzellen ab.

So kommt es, dass sich die HI-Viren immer weiter vermehren, die Immunzellen aber immer weniger werden. Irgendwann ist das Immunsystem so geschwächt, dass sich der Körper nicht mal mehr gegen leichte Krankheiten wie eine Erkältung wehren kann.

Wie merkt ein Mensch, dass er oder sie Aids hat?

Oft bemerken Menschen viele Jahre lang nicht, dass sie sich mit dem HI-Virus infiziert haben. Das liegt daran, dass sich die Viren lange Zeit im Körper vermehren, bevor Aids ausbrechen kann.

  • Kurz nach der Infektion werden die meisten Menschen kurz krank, wie bei einer Erkältung oder einer Grippe. Sie haben zum Beispiel Fieber, Hautausschlag, angeschwollene Lymphknoten oder schwitzen stark.
  • In der zweiten Phase, der chronischen Phase, fühlen sich HIV-positive Menschen oft ganz gesund. Aber in dieser Zeit vermehrt sich das HI-Virus im Körper, während die Immunzellen immer weiter zerstört werden.
  • Die Krankheit Aids bricht erst im Endstadium aus: Das Immunsystem ist jetzt so schwach, dass Bakterien, Viren oder Pilze gefährliche Krankheiten auslösen können, die für einen gesunden Menschen ungefährlich wären.

Wie steckt man sich mit HIV an?

HIV gehört zu den Krankheitserregern, die nur schwer von einem Menschen auf den anderen übertragen werden. Im Alltag, bei der Arbeit oder in der Freizeit steckt man sich normalerweise nicht an.

Wie kann HIV nicht übertragen werden?

Im Alltag ist es fast unmöglich, sich bei Menschen anzustecken, die das HI-Virus in sich tragen. Darum können wir mit HIV-positiven Menschen genauso normal umgehen wie mit allen anderen Menschen. Man kann sich nicht anstecken durch:

  • Händeschütteln, Umarmen, Küssen
  • gemeinsames Benutzen von Tellern, Gläsern oder Besteck
  • gemeinsames Benutzen von Toiletten oder Handtüchern
  • im Schwimmbad oder in der Sauna
  • beim Zusammenarbeiten oder -wohnen mit HIV-positiven Menschen
  • Anhusten oder Niesen
  • Insektenstiche

Wie kann man sich vor einer Ansteckung mit HIV schützen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich wirksam vor einer HIV-Infektion zu schützen. Deshalb ist es so wichtig, dass möglichst viele Menschen auf der Welt über HIV und Aids aufgeklärt werden, um die gefährliche Krankheit weiter einzudämmen.

  • Wenn man beim Geschlechtsverkehr Kondome oder Femidome für Frauen benutzt, kann das HI-Virus nicht übertragen werden.
  • Menschen, die sich Drogen spritzen, können sich und andere schützen, indem sie nur eigene und saubere Spritzen benutzen.
  • Wenn ein Mensch glaubt, dass er sich mit dem HI-Virus angesteckt hat, kann er einen HIV-Test machen. Viele Menschen merken nämlich lange nicht, dass sie HIV-positiv sind und geben das Virus dann unwissentlich weiter.
  • Es gibt Medikamente, mit denen gesunde Menschen verhindern können, dass sie sich mit HIV anstecken. Diese Medikamente heißen HIV-PrEP. Menschen können sie zum Beispiel vorsorglich nehmen, wenn ihr Partner oder ihre Partnerin HIV-positiv ist.
  • Schwangere Frauen und Mütter mit HIV können HIV-Medikamente nehmen, um zu verhindern, dass sie das Virus an ihr Baby weitergeben. Nach der Geburt bekommt auch das Baby eine Zeit lang HIV-Medikamente, um eine Infektion auszuschließen.

Wie gefährlich ist Aids?

Früher sind fast alle HIV-positiven Menschen an der Krankheit Aids gestorben. Auch heute ist eine Infektion mit HIV noch nicht heilbar. Es gibt keine Impfungen, die vor dem Virus schützen. Es gibt auch keine Medikamente, die eine HIV-Infektion komplett verschwinden lassen.

Dafür sind heute aber Medikamente vorhanden, die das Virus unterdrücken, sodass es sich nicht weiter vermehren kann. Das hilft, dass HIV-positive Menschen lange und gut damit leben können. Diese Menschen können auch keine anderen Menschen mehr anstecken.

Die Welt hat bei der Bekämpfung von HIV und Aids schon große Fortschritte gemacht. Neue Medikamente, Vorbeugung und Aufklärung helfen, dass sich weniger Menschen mit HIV infizieren oder an Aids sterben.

Doch gerade in ärmeren Ländern werden viele HIV-positive Menschen nicht behandelt. Besonders Kinder und Jugendliche haben häufig keinen Zugang zu Medikamenten.

Warum kommt Aids in manchen Ländern so häufig vor?

Weltweit leben mehr als 40 Millionen Menschen mit HIV (Stand: 2024). Etwa 1,8 Millionen von ihnen sind Kinder unter 15 Jahren. Die meisten HIV-Infektionen gibt es in Afrika. Dort erkranken auch viel mehr Menschen an Aids als zum Beispiel in Deutschland.

  • Viele Menschen wissen nicht genug über HIV und Aids. So können sich und andere nicht richtig schützen, weil sie zum Beispiel nicht wissen, wie man sich mit HIV ansteckt.
  • In vielen Ländern in Afrika gibt es nicht so viele Ärzte und Krankenhäuser wie bei uns. Die Menschen können sich nicht regelmäßig untersuchen lassen. Darum wissen viele nicht, dass sie mit HIV infiziert sind und stecken andere an, ohne es zu wollen.
  • HIV-Medikamente sind teuer und in manchen Ländern nur schwer zu bekommen. Darum können HIV-positive Menschen in diesen Ländern nicht behandelt werden.
  • Wenn HIV-positive Eltern nichts von ihrer Erkrankung wissen, geben sie das Virus oft an ihre Kinder weiter. Darum gibt es in einigen afrikanischen Ländern auch viele Kinder mit HIV.
  • Auch wenn Menschen über Aids Bescheid wissen, haben sie manchmal Angst, verurteilt oder ausgegrenzt zu werden. Darum lassen sie sich gar nicht erst auf HIV testen oder behandeln.

Was tut UNICEF, um Kinder vor HIV und Aids zu schützen?

Info
Was passiert am Welt-Aids-Tag?

Der Welt-Aids-Tag findet jedes Jahr am 1. Dezember statt. An diesem Tag tragen Menschen in aller Welt eine rote Schleife an der Kleidung. Damit wollen sie ausdrücken, dass sie mit den Menschen fühlen, die HIV-positiv oder an Aids erkrankt sind.

Ziel des Welt-Aids-Tags ist es, über die Krankheit aufzuklären und Diskriminierung und Stigmatisierung zu beenden.

Zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen informieren am Welt-Aids-Tag darüber, dass Aids heute heilbar ist, viele Menschen aber keine Medikamente bekommen können oder wegen ihrer Infektion ausgegrenzt werden.

 

Autor*in UNICEF Redaktion

Diesen Artikel hat das Team der UNICEF-Redaktion für Sie recherchiert und verfasst.